Buchungsmechanik · Lektion 3

Konto

Welche wirtschaftliche Grösse soll diese Akte zuverlässig messen?

Konten zerlegen tausende Geschäftsfälle in klare Informationsspuren: Bank bleibt Bank, Forderungen bleiben Forderungen, Aufwand bleibt Aufwand. Revolutionär, ich weiss.

Ein Buchhaltungskonto ist nicht automatisch ein Bankkonto. Deine Maschine bekommt ebenfalls eins. E-Banking bleibt ihr trotzdem verwehrt.
85 MinutenKONTO // PROFILER30 Fragen
KONTO // SIGNALWEGVon der Realität zur richtigen Akte
  1. 01
    REALITÄTWas ist passiert?
  2. 02
    AKTEWelche Grösse ändert sich?
  3. 03
    KONTOARTBestand oder Erfolg?
  4. 04
    BEWEGUNGZu oder ab – wo?

EINE GRÖSSEEIN KLARES KONTO

Auf dieser Seite
BuchungsmechanikLektion 3
Dauer85 Minuten
SchwierigkeitGrundlage
VoraussetzungenGeschäftsfälle aus Belegen erkennen und Kontenlogik anwenden
StatusNoch nicht begonnen
Lernziele

Nach dieser Lektion kannst du …

  • Konten als systematische Darstellung wirtschaftlicher Grössen erklären
  • Buchhaltungskonto, Bankkonto, Kontenplan und Kontenrahmen unterscheiden
  • Aktiv-, Passiv-, Aufwands- und Ertragskonten nach ihrer Funktion einordnen
  • Bestandskonten mit der Bilanz und Erfolgskonten mit der Erfolgsrechnung verbinden
  • Anfangsbestand, Zu- und Abnahmen, Soll, Haben und Saldo in einem Konto lesen
  • aus einem Geschäftsfall die fachlich passenden Schweizer Konten bestimmen
  • fehlerhafte Kontoauswahl anhand der wirtschaftlichen Funktion diagnostizieren
Vorwissen aktivieren · ohne Bewertung

Warum genügt eine lange Liste aller Geschäftsfälle nicht für eine brauchbare Buchhaltung?

Vollständig gelöst

Dienstleistung heute, Zahlung später

Eine Dienstleistung von CHF 8’000 wird auf Rechnung erbracht; später bezahlt die Kundschaft CHF 5’000.

  1. 1Forderungen messen den offenen Kundenanspruch: zuerst + CHF 8’000.
  2. 2Dienstleistungsertrag misst die verdiente Leistung: + CHF 8’000.
  3. 3Bei der Zahlung steigt Bank um CHF 5’000.
  4. 4Forderungen sinken um CHF 5’000; offen bleiben CHF 3’000.
  5. 5Jedes Konto erzählt nur seine eigene wirtschaftliche Spur – zusammen ergeben sie den Prozess.
Geführte Übung

Eine Maschine von CHF 20’000 wird auf Rechnung gekauft. Welche Konten braucht die Buchhaltung und was messen sie?

Abschnitt 01

2’000 Geschäftsfälle. Viel Spass beim Suchen.

Eine endlose Liste funktioniert hervorragend – solange du nie wieder etwas über Bank, Forderungen, Schulden oder Erfolg wissen möchtest.

Miete bezahlt · CHF 2’500Kundenrechnung · CHF 8’000Darlehen erhalten · CHF 30’000Maschine gekauft · CHF 20’000Kundenzahlung · CHF 5’000
Wie hoch sind Bank, Forderungen und Kreditoren jetzt?

Ohne Ordnung musst du jedes Mal die ganze Vergangenheit sezieren. Konten sortieren dieselben Geschäftsfälle nach wirtschaftlicher Grösse.

BANKFORDERUNGENDARLEHENRAUMAUFWAND
Abschnitt 02

Ein Konto ist die spezialisierte Akte einer wirtschaftlichen Grösse.

Es sammelt genau das, was fachlich zusammengehört – und lässt den Rest draussen. Mehr Disziplin als die meisten Menschen an einem Montagmorgen.

FACHLICHE DEFINITIONEin Konto ist eine systematische buchhalterische Darstellung, auf der der Anfangsbestand und/oder die Veränderungen einer bestimmten wirtschaftlichen Grösse beziehungsweise einer bestimmten Art von Aufwand oder Ertrag erfasst werden.
BUCHHALTUNGSKONTO

Informationsinstrument

Bank, Maschinen, Darlehen und Personalaufwand können je ein Konto sein.

BANKKONTO

Finanzbeziehung

Das reale Konto bei einer Bank ist nur eine wirtschaftliche Grösse, welche die Buchhaltung wiederum auf dem Konto «Bank» abbildet.

KONTENPLAN

Unternehmensliste

Die Gesamtheit der im Unternehmen verwendeten Konten.

KONTENRAHMEN

Übergeordnete Struktur

Ein Ordnungsmodell, aus dem ein Unternehmen seinen Kontenplan ableiten kann.

Konto = einzelnes Gefäss. Kontenplan = Konten des Unternehmens. Kontenrahmen = übergeordnete Struktur.
Abschnitt 03

Vier Kontoarten. Zwei Abschlüsse. Ein zusammenhängendes System.

Aktiv und Passiv zeigen Bestände am Stichtag. Aufwand und Ertrag sammeln Bewegungen einer Periode.

ABilanz

Aktivkonten

Was das Unternehmen hat oder beanspruchen kann.

Kasse · Bank · Forderungen aus L&L · Maschinen
Zunahme SollAbnahme Haben
PBilanz

Passivkonten

Woher das Kapital stammt und wem etwas geschuldet wird.

Verbindlichkeiten aus L&L · Darlehen · Hypotheken
Zunahme HabenAbnahme Soll
AWErfolgsrechnung

Aufwandskonten

Welcher Wert in der Periode verbraucht wurde.

Warenaufwand · Personalaufwand · Raumaufwand · Finanzaufwand
Zunahme SollAbnahme Haben
EErfolgsrechnung

Ertragskonten

Welcher Wert in der Periode geschaffen oder verdient wurde.

Warenertrag · Dienstleistungsertrag · Finanzertrag
Zunahme HabenAbnahme Soll
BESTANDSKONTENAktiven + Passiven → Bilanz

Sie können einen Anfangsbestand besitzen und zeigen, was am Stichtag vorhanden oder finanziert ist.

ERFOLGSKONTENAufwand + Ertrag → Erfolgsrechnung

Sie sammeln die Werte einer Rechnungsperiode und beginnen nicht mit einem übertragenen Bestand.

Abschnitt 04

Ein Konto lesen: Name, zwei Seiten, Bewegungen und Saldo.

Soll ist links. Haben ist rechts. Was dort eine Zunahme bedeutet, entscheidet die Kontoart – nicht irgendeine Alltagserzählung.

BANK
SOLLHABEN
  • AB 20’000
  • Kundenzahlung 5’000
  • Mietzahlung 2’500
  • Maschine 8’000
Kontosumme 25’000Saldo 14’500Kontosumme 25’000

Anfangsbestand

Bestand zu Periodenbeginn; bei Bestandskonten.

Zunahme

Die gemessene wirtschaftliche Grösse steigt.

Abnahme

Die gemessene wirtschaftliche Grösse sinkt.

Saldo

Die Differenz der Kontoseiten; der verbleibende Nettowert.

«Bank ist Soll» ist fachlich zu grob. Bank ist ein Aktivkonto: Zunahmen stehen im Soll, Abnahmen im Haben. Ein Konto ist nie einfach eine Seite.

Abschnitt 05

Kontosteckbriefe: Was misst die Akte wirklich?

Kontennamen werden nicht angebetet. Sie werden wirtschaftlich verstanden.

Aktivkonto

Bank

Misst
Guthaben des Unternehmens bei Finanzinstituten
Zunahme
Geldeingang oder Übertrag auf Bank
Abnahme
Zahlung oder Bezug ab Bank

Falle: Geldeingang ist nicht automatisch Ertrag.

Aktivkonto

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Misst
offene Ansprüche gegenüber Kundinnen und Kunden
Zunahme
Leistung oder Verkauf auf Rechnung
Abnahme
Zahlung, Gutschrift oder Ausbuchung

Falle: Kundenzahlung ist nicht nochmals Ertrag.

Passivkonto

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Misst
offene Verpflichtungen gegenüber Lieferanten; häufig kurz Kreditoren
Zunahme
Lieferantenrechnung noch offen
Abnahme
Rechnung bezahlen oder korrigieren

Falle: Zahlung ist nicht nochmals Aufwand.

Aktivkonto

Maschinen

Misst
langfristig betrieblich genutzte Maschinen
Zunahme
Maschine wird erworben und wirtschaftlich erfasst
Abnahme
Verkauf, Abgang oder Ausbuchung

Falle: Der Kauf ist nicht automatisch voller Periodenaufwand.

Aufwandskonto

Personalaufwand

Misst
Personalaufwand der Rechnungsperiode
Zunahme
Personalaufwand entsteht
Abnahme
Korrektur oder Minderung

Falle: Es misst keinen Wert der Mitarbeitenden. Menschen sind keine Bilanzpositionen.

Ertragskonto

Dienstleistungsertrag

Misst
verdiente Erträge aus Dienstleistungen der Periode
Zunahme
Dienstleistung wird erbracht
Abnahme
Erlösminderung oder Korrektur

Falle: Ertrag kann vor der Zahlung entstehen.

Abschnitt 06

KONTO // PROFILER

Erkenne nicht nur die Kategorie. Erkläre, was das Konto misst, wo es ausgewertet wird und wie es sich bewegt.

KONTO // PROFILER

Acht Konten. Sechs Eigenschaften. Keine Vokabel-Lotterie.

Du erstellst für jedes Konto ein belastbares Profil: wirtschaftliche Funktion, Kontoart, Abschluss, Anfangsbestand und Bewegungslogik.

Abschnitt 07

LIVE-KONTEN: Geschäftsfälle hinterlassen Spuren.

Ein Vorgang berührt mindestens zwei Konten. Verteile die Fälle korrekt und beobachte, wie aus Realität strukturierte Information wird.

GESCHÄFTSFALL 1/4

Dienstleistung CHF 8’000 auf Rechnung

BankLIVE
CHF 30'000
ForderungenLIVE
CHF 0
KreditorenLIVE
CHF 0
DarlehenLIVE
CHF 0
RaumaufwandLIVE
CHF 0
DienstleistungsertragLIVE
CHF 0
Abschnitt 08

Falsche Akte, korrekt diagnostiziert.

Der Betrag kann stimmen und die Buchhaltung trotzdem fachlich tot im Flur liegen. Finde das falsche Konto und begründe die bessere Wahl.

AKTE 1

Maschine CHF 20’000 auf Rechnung wurde auf Personalaufwand erfasst.

AKTE 2

Kunde bezahlt eine bestehende Forderung; Dienstleistungsertrag wurde nochmals erhöht.

AKTE 3

Darlehen CHF 30’000 geht auf Bank ein und wird als Dienstleistungsertrag erfasst.

Abschnitt 09

Vom Beleg zum Buchungssatz – ohne Teleportation.

Das Konto ist die Brücke zwischen wirtschaftlicher Realität und Buchung.

01BELEG
02GESCHÄFTSFALL
03KONTEN
04KONTOART
05ZU-/ABNAHME
06SOLL/HABEN
07BUCHUNGSSATZ
DIENSTLEISTUNG CHF 8’000 AUF RECHNUNG

Forderungen aus L&L messen den Anspruch und nehmen zu.

Dienstleistungsertrag misst den verdienten Wert und nimmt zu.

Vorschau: Forderungen aus L&L an Dienstleistungsertrag
Abschnitt 10

KONTO // ARCHITEKT

Baue aus sieben Geschäftsfällen ein kleines, funktionierendes Kontensystem. Keine exotischen Fantasiekonten. Die Buchhaltung hat bereits genug Probleme.

KONTO // ARCHITEKTFall 1/7
0 Fehlentscheidungen

Dienstleistung CHF 10’000 auf Rechnung

Welche zwei Konten braucht das System für diesen Vorgang?

Abschnitt 11

30 Fragen: Konto verstanden oder nur Etikett erkannt?

Das Assessment prüft Bedeutung, Auswahl, Kontoart, Bewegungslogik und Fehlerdiagnose.

Abschlussquiz

Quiz wird vorbereitet …

Die drei Runden und dein lokaler Fortschritt werden geladen.

Abschnitt 12

Konto in 30 Sekunden

Ein Konto sammelt Bestand und/oder Veränderungen genau einer wirtschaftlichen Grösse beziehungsweise einer Art von Aufwand oder Ertrag.

DIE VIER FRAGEN
  1. Was misst dieses Konto?
  2. Aktiv, Passiv, Aufwand oder Ertrag?
  3. Nimmt die Grösse zu oder ab?
  4. Welche Seite folgt daraus: Soll oder Haben?
Nicht Kontennamen auswendig anbeten. Verstehe, was das Konto wirtschaftlich misst.