Grundlagen · Lektion 20

Soll

Links. Nicht Plus. Nicht Schulden. Und ganz sicher kein moralisches Urteil.

Du leitest jeden Soll-Eintrag aus Kontoart und Veränderung her – über vier Wege, die auch unter Prüfungsdruck noch funktionieren.

Erst Konto. Dann Kontoart. Dann Veränderung. Dann Seite. Buchhaltung liebt Reihenfolgen mehr als Ausreden.
55 MinutenSOLL-RADAR30 Fragen
KONTOSEITENBank
SOLL · links

AktivzunahmeCHF 8’000

Aufwandzunahmelinks

HABEN · rechts

Gegenseitebleibt sichtbar

Auf dieser Seite
GrundlagenLektion 20
Dauer60 Minuten
SchwierigkeitGrundlage
VoraussetzungenT-Konto und alle vier Kontoarten sicher unterscheiden
StatusNoch nicht begonnen
Lernziele

Nach dieser Lektion kannst du …

  • Soll als linke Kontoseite definieren
  • die vier Wege ins Soll logisch herleiten
  • Soll von Plus, Schuld und Geldabfluss entkoppeln
  • Kontoart und Veränderung vor der Kontoseite bestimmen
  • unvollständige Fragen bewusst nicht durch Schlüsselwörter beantworten
  • fehlerhafte Soll-Einträge begründet aussortieren
Vorwissen aktivieren · ohne Bewertung

Bank steigt, Darlehen sinkt, Mietaufwand steigt und Ertrag wird korrigiert. Was verbindet alle vier Veränderungen?

Vollständig gelöst

Miete per Bank: ein Geldabfluss, beide Seiten

Raumaufwand CHF 2’000 wird über Bank bezahlt.

  1. 1Raumaufwand ist Aufwand und nimmt zu: Soll CHF 2’000.
  2. 2Bank ist Aktivkonto und nimmt ab: Haben CHF 2’000.
  3. 3Der Geldabfluss entscheidet keine Seite; jedes Konto wird separat analysiert.
  4. 4Kontoart → Veränderung → Seite.
Geführte Übung

Welche gehören ins Soll: Bank ↑ CHF 8’000, Darlehen ↓ CHF 5’000, Ertrag ↑ CHF 12’000, Kreditoren ↓ CHF 2’000?

Abschnitt 02

Die vier Wege ins Soll. Endlich eine Liste, die tatsächlich etwas erklärt.

Ein -Eintrag entsteht über genau vier Grundwege.

WEG 01

Aktivkonto nimmt zu

Mehr Bank, Kasse, Forderungen, Vorräte oder Maschinen.

Aktiv ↑ → Soll
WEG 02

Passivkonto nimmt ab

Weniger Kreditoren, Darlehen, Hypothek oder anderes Fremdkapital.

Passiv ↓ → Soll
WEG 03

Aufwandskonto nimmt zu

Mehr Raum-, Personal-, Material- oder Zinsaufwand der Periode.

Aufwand ↑ → Soll
WEG 04

Ertragskonto nimmt ab

Eindeutige Korrektur oder Minderung eines bereits erfassten Ertrags.

Ertrag ↓ → Soll
Abschnitt 03

Bei Bestandskonten folgt Soll der Bilanzlogik.

Aktiven stehen auf der linken Bilanzseite, Passiven rechts. Deshalb wächst Aktiv links und sinkt Passiv links.

SOLL · LINKSAktivzunahmen

Bank + CHF 8’000, Forderungen + CHF 6’000, Maschinen + CHF 30’000.

Passivabnahmen

Kreditoren − CHF 4’000, Darlehen − CHF 10’000.

KONTOART
VOR SEITE
HABEN · RECHTSAktivabnahmen

Bank sinkt durch eine Zahlung.

Passivzunahmen

Ein Darlehen oder Kreditor entsteht.

Beim Aktivkonto ist Soll die Grundseite. Beim Passivkonto ist Soll die Gegenseite. Dieselbe Spalte, andere wirtschaftliche Bewegung.

Abschnitt 04

Aufwand wächst im Soll. Ertrag sinkt dort. Erfolgskonten bringen ihre eigene Logik mit.

Erfolgskonten messen eine Periode und starten grundsätzlich bei CHF 0. Sie besitzen keinen Anfangsbestand aus dem Vorjahr.

SOLL · LINKSAufwand ↑

Raumaufwand CHF 2’500 entsteht.

Ertrag ↓

Dienstleistungsertrag wird um CHF 500 eindeutig korrigiert.

ERFOLGS-
WIRKUNG
HABEN · RECHTSAufwand ↓

Eine eindeutige Aufwandsminderung.

Ertrag ↑

Eine Leistung erhöht den Ertrag.

Wichtig für PrüfungenAktiv und Aufwand nehmen beide im Soll zu, sind aber nicht dasselbe: Aktiv misst Vermögen am Stichtag, Aufwand wirtschaftlichen Verbrauch während der Periode.
Abschnitt 05

Geldfluss ist ein Indiz. Kein Buchungsorakel.

«Geld rein = Soll» funktioniert zufällig bei der Bankzunahme. «Geld raus = Soll» scheitert dort sofort. Herrlich zuverlässig, dieses Bauchgefühl.

GELD REIN

Kunde bezahlt Forderung

Bank nimmt im Soll zu. Forderungen nehmen im Haben ab. Der Ertrag wurde früher erfasst.

Kein neuer Ertrag
KEIN GELD

Leistung auf Rechnung

Forderungen nehmen im Soll zu. Dienstleistungsertrag nimmt im Haben zu.

Soll trotz null Cash
GELD RAUS

Kreditor wird bezahlt

Kreditoren nehmen im Soll ab. Bank nimmt im Haben ab.

Soll ist hier Schuldenabbau
SOLL

Raumaufwand · CHF 2’500

Aufwand ↑ → Soll

HABEN

Bank · CHF 2’500

Aktiv ↓ → Haben

Abschnitt 06

Die universelle Vierer-Routine. Benutze sie, bevor dein Bauchgefühl wieder freiberuflich arbeitet.

Die Reihenfolge gilt für Soll und Haben und überlebt auch unbekannte Geschäftsfälle.

1

Konto

Welches konkrete Konto verändert sich?

2

Kontoart

Aktiv, Passiv, Aufwand oder Ertrag?

3

Veränderung

Nimmt dieses Konto zu oder ab?

4

Seite

Welche Seite folgt aus der Kontenregel?

Beispiel: Darlehen wird um CHF 10’000 getilgt.Darlehen → Passivkonto → Abnahme → Soll. Bank → Aktivkonto → Abnahme → Haben. Zwei Konten, zwei getrennte Analysen, derselbe Betrag.
Abschnitt 07

Kontoforensik: Zehn Soll-Mythen, heute ohne Bewährung.

Eine richtige Seite mit falscher Begründung bleibt gefährlich. Die Prüfung ist selten beeindruckt von Glückstreffern.

MYTHOS 01

Soll bedeutet Plus.

Soll bedeutet links. Bei Aktiv und Aufwand steht die Zunahme dort; bei Passiv und Ertrag die Abnahme.

MYTHOS 02

Soll bedeutet Schulden.

Schulden sind Passiven. Sie nehmen grundsätzlich im Haben zu und im Soll ab.

MYTHOS 03

Soll bedeutet, dass Geld hinausgeht.

Ein Bankabgang steht gerade im Haben. Eine Forderungszunahme steht ohne Geldfluss im Soll.

MYTHOS 04

Soll ist die schlechte Seite.

Kontoseiten besitzen keine Moral. Nur Position, Kontoart und Veränderung.

MYTHOS 05

Alles links ist Aufwand.

Auch Aktivzunahmen, Passivabnahmen und Ertragsabnahmen stehen links.

MYTHOS 06

Bank im Soll bedeutet Aufwand.

Bank ist ein Aktivkonto. Im Soll wächst das Bankguthaben.

MYTHOS 07

Darlehen im Soll ist eine neue Schuld.

Beim Passivkonto Darlehen bedeutet Soll eine Abnahme, typischerweise Tilgung.

MYTHOS 08

Ertrag steht nie im Soll.

Eine eindeutige Ertragsminderung oder Korrektur steht im Soll.

MYTHOS 09

Soll allein verrät den Geschäftsfall.

Ohne Kontoname, Kontoart und Veränderung bleibt die Seite wirtschaftlich mehrdeutig.

MYTHOS 10

Ein Sollbetrag braucht keinen Gegenpart.

Jede erfasste Buchung betrifft mindestens eine Soll- und eine Habenseite mit gleichem Betrag.

Abschnitt 08

SOLL-RADAR: Drei Entscheidungen statt eines geratenen Pfeils.

Zehn Fälle zwingen dich durch Kontoart, Veränderung und Seitenentscheid. Der Radar akzeptiert Logik. Vibes wurden aus Budgetgründen gestrichen.

SOLL-RADAR

Vier Wege nach links. Kein Schlüsselwort-Raten.

Du analysierst Kontoart, Veränderung und erst danach, ob der konkrete Eintrag ins Soll gehört.

Aktiv ↑Aufwand ↑Passiv ↓Ertrag ↓→ SOLL
Abschnitt 09

30 Fragen. Die linke Seite bekommt eine vollständige Hintergrundprüfung.

Drei gemischte Runden prüfen Definition, vier Wege, Alltagssprache, Geldfluss, Kontoforensik und Transfer.

Begriffe auffrischen:
Abschlussquiz

Quiz wird vorbereitet …

Die drei Runden und dein lokaler Fortschritt werden geladen.

Abschnitt 10

Soll in einer Minute. Links, aber niemals gedankenlos.

Die gesamte Lektion passt in vier Wege und eine konsequente Prüfroutine.

SOLL-ÜBERSICHT

Vier Kontoarten · vier Bewegungen nach links

KontoartIm SollBeispielAktivZunahmeBank ↑PassivAbnahmeDarlehen ↓AufwandZunahmeRaumaufwand ↑ErtragAbnahmeErtragskorrektur
PRÜFUNGSROUTINE

Konto → Kontoart → Zunahme oder Abnahme → Soll oder Haben.

Soll ist links. Der Rest wird hergeleitet. Tabellenpanik darf jetzt offiziell in Frühpension.