Darlehen
Geld erhalten, verleihen und den Zins trennen.
Deine Firma bekommt Geld oder verleiht es. Entscheidend ist ihre Rolle: Muss sie zurückzahlen oder besitzt sie einen Rückzahlungsanspruch? Danach trennst du Hauptbetrag, Tilgung und Zins.
Ein empfangenes Darlehen füllt die Bank. Der Gewinn bleibt unbeeindruckt: Dieses Geld kommt mit Rückfahrkarte.
- ca. 20 Minuten
- 3 Beispiele
- 3 Selbstchecks
- Hauptschuld vor der Zahlung
- CHF 10’000
- Tilgung + neuer Zins
- CHF 2’000 + CHF 100
- Bankzahlung
- CHF 2’100
- Restschuld / neuer Aufwand
- CHF 8’000 / CHF 100
Restschuld: 10’000 − 2’000 = 8’000. Von CHF 2’100 Bankabgang sind nur CHF 100 Zinsaufwand.
Auf dieser Seite
Was dieses Konto wirklich zeigt
Empfangenes Darlehen: Die Firma bekommt Geld und muss es zurückzahlen. Ihre Schuld ist Fremdkapital: Zunahme im Haben, Abnahme im Soll. Geld und eine gleich hohe Verpflichtung entstehen gleichzeitig; der Finanzierungseingang ist kein Umsatz.
Gewährtes Darlehen: Die Firma verleiht Geld. Ihr Rückzahlungsanspruch ist ein Aktivum: Zunahme im Soll, Abnahme im Haben. Bei vollwertigen Forderungen tauschen Auszahlung und Rückzahlung jeweils Bankvermögen gegen Anspruch oder umgekehrt. Der Hauptbetrag wird nicht zu Aufwand oder Ertrag.
Die Fälligkeit entscheidet über kurz- oder langfristige Konten. Im Schweizer Schulkontenrahmen gehören 2450 Darlehen zum langfristigen Fremdkapital und 1440 Darlehen zu den langfristigen Finanzanlagen. Kurzfristig gewährte Beträge stehen etwa auf 1140; kurzfristige verzinsliche Schulden je nach Art auf 2100 oder 2140. Darlehen sind nicht automatisch langfristig.
Die eigenständigen CHF-Fälle verwenden langfristige Hauptbeträge und vollwertige Ansprüche. Zinsen entstehen neu, sind noch ungebucht und werden direkt bezahlt: Finanzaufwand beim Schuldner, Finanzertrag beim Geldgeber. Bereits abgegrenzte Zinsen wären kein erneuter Erfolg. MWST, Steuern, Gebühren und Abgrenzungen bleiben hier ausgeblendet.
Empfangenes Darlehen: Schuldzunahme im Haben, Tilgung im Soll. Neuer Zins getrennt als Finanzaufwand 6900.
Gewährtes Darlehen: Anspruchszunahme im Soll, Tilgung im Haben. Neuer Zins getrennt als Finanzertrag 6950.
Dein Ziel: Ein empfangenes Darlehen als Schuld und ein gewährtes als Forderung erkennen. Auszahlung und Rückzahlung mit den passenden Buchungsseiten erfassen. Eine Rate in erfolgsneutrale Tilgung und erfolgswirksamen Zins aufteilen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.
Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.
Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.
Neue Finanzierung, kein Verkauf
Die Firma erhält CHF 10’000 von einem unabhängigen Geldgeber auf ihre Bank, rückzahlbar in drei Jahren. Keine Zinsen, Gebühren oder Vorbuchung.
Bank als Aktivkonto steigt im Soll, die langfristige Schuld als Passivkonto im Haben. Aktiven und Fremdkapital wachsen je um CHF 10’000; Gewinn und Eigenkapital bleiben unverändert.
Mehr Bankguthaben, gleich viel neue Schuld. Eine volle Bank darf selbstbewusst aussehen; Umsatz entsteht hier trotzdem nicht.
Eine Rate enthält zwei verschiedene Dinge
Langfristige Schuld CHF 10’000 bereits gebucht. Die Firma bezahlt CHF 2’100: CHF 2’000 Tilgung, CHF 100 neue fällige Zinsen ohne Vorbuchung. Die beiden Zeilen bilden gemeinsam den Bankabgang.
Schuld als Passivkonto im Soll vermindern; Bank als Aktivkonto im Haben vermindern. Die Tilgung ist erfolgsneutral. Restschuld: CHF 8’000.
Neue Zinskosten: Aufwand im Soll, Bankabnahme im Haben. Nur diese CHF 100 vermindern Gewinn und damit Eigenkapital.
Zusammen: Darlehensschuld CHF 2’000 und Finanzaufwand CHF 100 an Bank CHF 2’100. Soll- und Habensumme stimmen überein.
- TilgungBestehende Hauptschuld abbauen
- Anteil der Zahlung
- CHF 2’000
- Schuld vorher
- CHF 10’000
- Schuld nachher
- CHF 8’000
- Neuer Aufwand
- CHF 0
Darlehensschuld an Bankguthaben · CHF 2’000
- Neuer ZinsKeine frühere Zinsbuchung
- Anteil der Zahlung
- CHF 100
- Hauptschuld
- Durch Zins unverändert
- Neuer Finanzaufwand
- CHF 100
- Gewinnwirkung
- − CHF 100
Finanzaufwand an Bankguthaben · CHF 100
CHF 2’000 tilgen die Hauptschuld. Nur CHF 100 sind neuer Aufwand; die ganze Rate als Aufwand würde die Schuld unverändert stehen lassen.
Belegaufteilung zu Beispiel 2. Die langfristige Hauptschuld ist bereits gebucht; die Zinsen sind neu und werden direkt bezahlt.
Diesmal ist die Firma die Geldgeberin
Unabhängiger Fall: Die Firma verleiht CHF 4’000 für zwei Jahre. Bei Fälligkeit erhält sie CHF 4’080: Hauptbetrag plus CHF 80 neuen Zins. Vollwertiger Anspruch, keine frühere Zinsabgrenzung.
Auszahlung: Anspruch als Aktivkonto im Soll erhöhen, Bank im Haben vermindern. Erfolgsneutraler Aktivtausch; weiterhin CHF 4’000 Vermögen.
Rückzahlung: Bank im Soll erhöhen, erfüllten Anspruch im Haben auf null vermindern. Hauptbetragstilgung bleibt erfolgsneutraler Aktivtausch.
Zusätzlicher Bankzugang im Soll; neuer verdienter Zins als Ertrag im Haben. Gewinn steigt um CHF 80.
CHF 4’080 enthalten nur CHF 80 Ertrag. Tilgung bedeutet Forderungsabbau bei der Geldgeberin, Schuldenabbau bei der Schuldnerin.
Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →
Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung
Geldgeber und Schuldner verwechseln
Ein Vertrag schafft beim Empfänger eine Schuld und beim Geldgeber einen Anspruch. Bestimme zuerst, wessen Buchhaltung du führst.
Die ganze Rate als Aufwand buchen
Tilgung vermindert die bestehende Schuld. Nur neue Zinsen sind Aufwand. Verwende die bestätigte Belegaufteilung; die Ratensumme allein verrät den Zins nicht.
2450 für jede Finanzierung verwenden
Prüfe Restlaufzeit und Finanzierungsart. Kurzfristige Schulden und gewährte Darlehen brauchen andere Konten. Kontennummern ersetzen die wirtschaftliche Prüfung nicht.
Kannst du es auch ohne Spickzettel?
Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.
Darlehen: deine Merkkarte
- Empfangenes Darlehen: eigene Schuld. Aufnahme Bank an Darlehensschuld; Tilgung Darlehensschuld an Bank.
- Gewährtes Darlehen: eigener Anspruch. Auszahlung Darlehensforderung an Bank; Rückzahlung Bank an Darlehensforderung.
- Hauptbetrag und Tilgung sind grundsätzlich erfolgsneutral; neuer Zins ist Finanzaufwand oder Finanzertrag.
- Prüfe Unternehmenssicht, Fälligkeit und Vorbuchungen. Zerlege die Rate vor der Kontenzuordnung.
Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.
Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.
Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.