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Einfache Geschäftsfälle · Lektion 7

Darlehen

Geld erhalten, verleihen und den Zins trennen.

Deine Firma bekommt Geld oder verleiht es. Entscheidend ist ihre Rolle: Muss sie zurückzahlen oder besitzt sie einen Rückzahlungsanspruch? Danach trennst du Hauptbetrag, Tilgung und Zins.

Ein empfangenes Darlehen füllt die Bank. Der Gewinn bleibt unbeeindruckt: Dieses Geld kommt mit Rückfahrkarte.

  • ca. 20 Minuten
  • 3 Beispiele
  • 3 Selbstchecks
Die Kontenlogik verstehen ↓Buchungssätze-Spiel →
Ein Fall auf einen BlickEine Rate aus Sicht der Schuldnerin
Hauptschuld vor der Zahlung
CHF 10’000
Tilgung + neuer Zins
CHF 2’000 + CHF 100
Bankzahlung
CHF 2’100
Restschuld / neuer Aufwand
CHF 8’000 / CHF 100

Restschuld: 10’000 − 2’000 = 8’000. Von CHF 2’100 Bankabgang sind nur CHF 100 Zinsaufwand.

Auf dieser Seite
  • Konto und Grundregel
  • Drei Buchungsbeispiele
  • Typische Denkfallen
  • Drei kurze Selbstchecks
  • Deine Merkkarte
  • Buchungssätze-Spiel
Verstehen

Was dieses Konto wirklich zeigt

Empfangenes Darlehen: Die Firma bekommt Geld und muss es zurückzahlen. Ihre Schuld ist Fremdkapital: Zunahme im Haben, Abnahme im Soll. Geld und eine gleich hohe Verpflichtung entstehen gleichzeitig; der Finanzierungseingang ist kein Umsatz.

Gewährtes Darlehen: Die Firma verleiht Geld. Ihr Rückzahlungsanspruch ist ein Aktivum: Zunahme im Soll, Abnahme im Haben. Bei vollwertigen Forderungen tauschen Auszahlung und Rückzahlung jeweils Bankvermögen gegen Anspruch oder umgekehrt. Der Hauptbetrag wird nicht zu Aufwand oder Ertrag.

Die Fälligkeit entscheidet über kurz- oder langfristige Konten. Im Schweizer Schulkontenrahmen gehören 2450 Darlehen zum langfristigen Fremdkapital und 1440 Darlehen zu den langfristigen Finanzanlagen. Kurzfristig gewährte Beträge stehen etwa auf 1140; kurzfristige verzinsliche Schulden je nach Art auf 2100 oder 2140. Darlehen sind nicht automatisch langfristig.

Die eigenständigen CHF-Fälle verwenden langfristige Hauptbeträge und vollwertige Ansprüche. Zinsen entstehen neu, sind noch ungebucht und werden direkt bezahlt: Finanzaufwand beim Schuldner, Finanzertrag beim Geldgeber. Bereits abgegrenzte Zinsen wären kein erneuter Erfolg. MWST, Steuern, Gebühren und Abgrenzungen bleiben hier ausgeblendet.

2450 · langfristig · Passivkonto · FremdkapitalDarlehensschuld
SOLL · linksTilgung · Schuld nimmt ab
HABEN · rechtsAufnahme · Schuld nimmt zu

Empfangenes Darlehen: Schuldzunahme im Haben, Tilgung im Soll. Neuer Zins getrennt als Finanzaufwand 6900.

1440 · langfristig · Aktivkonto · FinanzanlageDarlehensforderung
SOLL · linksAuszahlung · Anspruch nimmt zu
HABEN · rechtsRückzahlung · Anspruch nimmt ab

Gewährtes Darlehen: Anspruchszunahme im Soll, Tilgung im Haben. Neuer Zins getrennt als Finanzertrag 6950.

Dein Ziel: Ein empfangenes Darlehen als Schuld und ein gewährtes als Forderung erkennen. Auszahlung und Rückzahlung mit den passenden Buchungsseiten erfassen. Eine Rate in erfolgsneutrale Tilgung und erfolgswirksamen Zins aufteilen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.

Nachvollziehen

Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.

Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.

01

Neue Finanzierung, kein Verkauf

Die Firma erhält CHF 10’000 von einem unabhängigen Geldgeber auf ihre Bank, rückzahlbar in drei Jahren. Keine Zinsen, Gebühren oder Vorbuchung.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoDarlehensschuld
BetragCHF 10'000

Bank als Aktivkonto steigt im Soll, die langfristige Schuld als Passivkonto im Haben. Aktiven und Fremdkapital wachsen je um CHF 10’000; Gewinn und Eigenkapital bleiben unverändert.

Mehr Bankguthaben, gleich viel neue Schuld. Eine volle Bank darf selbstbewusst aussehen; Umsatz entsteht hier trotzdem nicht.

02

Eine Rate enthält zwei verschiedene Dinge

Langfristige Schuld CHF 10’000 bereits gebucht. Die Firma bezahlt CHF 2’100: CHF 2’000 Tilgung, CHF 100 neue fällige Zinsen ohne Vorbuchung. Die beiden Zeilen bilden gemeinsam den Bankabgang.

SollkontoDarlehensschuld
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 2'000

Schuld als Passivkonto im Soll vermindern; Bank als Aktivkonto im Haben vermindern. Die Tilgung ist erfolgsneutral. Restschuld: CHF 8’000.

SollkontoFinanzaufwand
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 100

Neue Zinskosten: Aufwand im Soll, Bankabnahme im Haben. Nur diese CHF 100 vermindern Gewinn und damit Eigenkapital.

Zusammen: Darlehensschuld CHF 2’000 und Finanzaufwand CHF 100 an Bank CHF 2’100. Soll- und Habensumme stimmen überein.

Visuell erklärtZwei Buchungsgründe auf einem ZahlungsbelegAus Sicht der Schuldnerin: Die Bankzahlung enthält Tilgung und erstmals erfasste fällige Zinsen.
  1. TilgungBestehende Hauptschuld abbauen
    Anteil der Zahlung
    CHF 2’000
    Schuld vorher
    CHF 10’000
    Schuld nachher
    CHF 8’000
    Neuer Aufwand
    CHF 0

    Darlehensschuld an Bankguthaben · CHF 2’000

  2. Neuer ZinsKeine frühere Zinsbuchung
    Anteil der Zahlung
    CHF 100
    Hauptschuld
    Durch Zins unverändert
    Neuer Finanzaufwand
    CHF 100
    Gewinnwirkung
    − CHF 100

    Finanzaufwand an Bankguthaben · CHF 100

+
Gemeinsamer BankabgangCHF 2’100

CHF 2’000 tilgen die Hauptschuld. Nur CHF 100 sind neuer Aufwand; die ganze Rate als Aufwand würde die Schuld unverändert stehen lassen.

Belegaufteilung zu Beispiel 2. Die langfristige Hauptschuld ist bereits gebucht; die Zinsen sind neu und werden direkt bezahlt.

03

Diesmal ist die Firma die Geldgeberin

Unabhängiger Fall: Die Firma verleiht CHF 4’000 für zwei Jahre. Bei Fälligkeit erhält sie CHF 4’080: Hauptbetrag plus CHF 80 neuen Zins. Vollwertiger Anspruch, keine frühere Zinsabgrenzung.

SollkontoDarlehensforderung
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 4'000

Auszahlung: Anspruch als Aktivkonto im Soll erhöhen, Bank im Haben vermindern. Erfolgsneutraler Aktivtausch; weiterhin CHF 4’000 Vermögen.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoDarlehensforderung
BetragCHF 4'000

Rückzahlung: Bank im Soll erhöhen, erfüllten Anspruch im Haben auf null vermindern. Hauptbetragstilgung bleibt erfolgsneutraler Aktivtausch.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoFinanzertrag
BetragCHF 80

Zusätzlicher Bankzugang im Soll; neuer verdienter Zins als Ertrag im Haben. Gewinn steigt um CHF 80.

CHF 4’080 enthalten nur CHF 80 Ertrag. Tilgung bedeutet Forderungsabbau bei der Geldgeberin, Schuldenabbau bei der Schuldnerin.

Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →

Gegenprüfen

Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung

Geldgeber und Schuldner verwechseln

Ein Vertrag schafft beim Empfänger eine Schuld und beim Geldgeber einen Anspruch. Bestimme zuerst, wessen Buchhaltung du führst.

Die ganze Rate als Aufwand buchen

Tilgung vermindert die bestehende Schuld. Nur neue Zinsen sind Aufwand. Verwende die bestätigte Belegaufteilung; die Ratensumme allein verrät den Zins nicht.

2450 für jede Finanzierung verwenden

Prüfe Restlaufzeit und Finanzierungsart. Kurzfristige Schulden und gewährte Darlehen brauchen andere Konten. Kontennummern ersetzen die wirtschaftliche Prüfung nicht.

Selbst prüfen

Kannst du es auch ohne Spickzettel?

Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.

Frage 1Die Firma verleiht CHF 6’000 mit vollwertigem dreijährigem Rückzahlungsanspruch. Welche Buchung passt?
Frage 2Hauptschuld CHF 12’000. Die Firma bezahlt CHF 3’120: Tilgung CHF 3’000, neuer Zins CHF 120. Was bleibt?
Frage 3Ein empfangenes verzinsliches Darlehen ist in sechs Monaten vollständig fällig. Was prüfst du für die Kontenwahl?
Mitnehmen

Darlehen: deine Merkkarte

  1. Empfangenes Darlehen: eigene Schuld. Aufnahme Bank an Darlehensschuld; Tilgung Darlehensschuld an Bank.
  2. Gewährtes Darlehen: eigener Anspruch. Auszahlung Darlehensforderung an Bank; Rückzahlung Bank an Darlehensforderung.
  3. Hauptbetrag und Tilgung sind grundsätzlich erfolgsneutral; neuer Zins ist Finanzaufwand oder Finanzertrag.
  4. Prüfe Unternehmenssicht, Fälligkeit und Vorbuchungen. Zerlege die Rate vor der Kontenzuordnung.
Optional weiterüben

Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.

Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.

Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.

Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.

Kontenbasis: Schweizer Kontenrahmen KMU – offizielle Schulversion von SwissAccounting. Kontenbezeichnungen und Unterteilungen können im betrieblichen oder schulischen Kontenplan abweichen. Eigenkapital- und Privatkonto-Beispiele verwenden das jeweils erklärte Einzelunternehmen-Modell, nicht die Kapitalstruktur einer AG oder GmbH.

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