Privatkonto
Privates und Geschäftliches sauber auseinanderhalten.
Die Geschäftsbank bezahlt Miras private Ferien. Umgekehrt bezahlt Mira geschäftliches Büromaterial privat. Die Zahlungswege kreuzen sich; die Zwecke bleiben verschieden. Privat hält diese Bewegungen im Einzelunternehmen fest. Du lernst Buchungsrichtung und Abschluss auf Eigenkapital.
Die Ferien werden vom Geschäftskonto bezahlt. Sehr grosszügig. Eine Geschäftsreise wird daraus trotzdem nicht.
- ca. 18 Minuten
- 3 Beispiele
- 3 Selbstchecks
- Bezüge im Soll
- CHF 6’000
- Einlagen im Haben
- CHF 2’000
- Sollüberschuss
- CHF 4’000
- Abschluss
- Eigenkapital an Privat · CHF 4’000
6’000 − 2’000 = 4’000. Die Abschlussgutschrift gleicht Privat aus. Sie überträgt die bereits erfassten Nettobezüge; es fliessen keine weiteren CHF 4’000 ab.
Auf dieser Seite
Was dieses Konto wirklich zeigt
Privat sammelt laufende Bezüge und Einlagen der Inhaberin eines Einzelunternehmens. Es ist ein Unterkonto des Eigenkapitals, kein Aufwandskonto: 2850 Privat im Schweizer Schulkontenrahmen. Unsere Fälle verwenden dieses Privatkontoverfahren; ausdrücklich dauerhafte Kapitalbewegungen können gemäss Kontenplan getrennt erfasst werden.
Privatbezüge stehen im Soll: Das Geschäft gibt der Inhaberin einen privaten Wert ab. Privateinlagen stehen im Haben: Die Inhaberin finanziert das Geschäft. Beide verändern ihren Kapitalanteil; für sich erzeugen sie weder Geschäftsaufwand noch Ertrag.
Entscheidend ist, wem die Leistung dient. Privatferien bleiben privat, selbst wenn die Geschäftsbank bezahlt. Geschäftliches Büromaterial bleibt Geschäftsaufwand, wenn die Inhaberin privat bezahlt. Bei einer schon gebuchten Geschäftsrechnung wird nur die bestehende Schuld getilgt; der Aufwand darf dabei kein zweites Mal entstehen.
Am Jahresende überträgst du den Saldo auf Eigenkapital: Sollüberschuss aus Nettobezügen → Eigenkapital an Privat; Habenüberschuss aus Nettoeinlagen → Privat an Eigenkapital. Privat steht danach auf null. Der Abschluss erzeugt keine Zahlung und keinen neuen Erfolg. Die CHF-Fälle rechnen ohne MWST. Für AG oder GmbH gilt dieses Inhaber-Privatkonto nicht.
Laufende Privatbezüge im Soll, laufende Privateinlagen im Haben. Beim Abschluss wird die stärkere Seite durch die Gegenbuchung ausgeglichen und der Saldo auf Eigenkapital übertragen.
Dein Ziel: Privatbezüge und Privateinlagen im Einzelunternehmen unterscheiden. Den Zweck einer Ausgabe vom verwendeten Bankkonto trennen. Einen Soll- oder Habenüberschuss korrekt auf Eigenkapital abschliessen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.
Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.
Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.
Die private Ausgabe bleibt privat
Mira bezahlt CHF 800 für ausschliesslich private Ferien von der Geschäftsbank. Keine Vorbuchung, kein geschäftlicher Reiseanteil. Erfasse die Zahlung beim Einzelunternehmen.
Privatbezug im Soll: Mira erhält einen privaten Wert zulasten ihres Kapitalanteils. Bankvermögen sinkt im Haben um CHF 800. Der Geschäftsgewinn bleibt unverändert; kein Reiseaufwand entsteht.
Die Geschäftsbank zahlt. Der Zweck führt Regie: Private Ferien bleiben ein Privatbezug, kein Geschäftsaufwand.
Privat bezahlt, geschäftlich verbraucht
Mira bezahlt CHF 100 sofort verbrauchtes geschäftliches Büromaterial privat. Noch keine Rechnung oder Aufwand gebucht; keine Erstattung. Im Fall gehört Büromaterial zum Verwaltungsaufwand.
Der neue betriebliche Verbrauch erzeugt Aufwand im Soll. Miras private Finanzierung wird auf Privat im Haben erfasst. Die Geschäftsbank bleibt unverändert; der Geschäftsgewinn sinkt durch das Büromaterial um CHF 100.
Der Geschäftsverbrauch erzeugt Aufwand. Die Privatgutschrift erklärt die Finanzierung und ist kein Ertrag.
Zwei Salden, zwei Abschlussrichtungen
Zwei unabhängige Abschlüsse, alle Bewegungen bereits gebucht: A hat CHF 6’000 Bezüge und CHF 2’000 Einlagen; B CHF 1’000 Bezüge und CHF 3’500 Einlagen. Übertrage jeweils den Nettosaldo auf Eigenkapital.
A: Der Sollüberschuss 6’000 − 2’000 = 4’000 wird auf Privat im Haben ausgeglichen und belastet Eigenkapital im Soll. Kein neuer Aufwand und keine Bankbewegung.
B: Der Habenüberschuss 3’500 − 1’000 = 2’500 wird auf Privat im Soll ausgeglichen und auf Eigenkapital im Haben übertragen. Kein neuer Ertrag und keine Bankbewegung.
Zuerst den Nettosaldo bestimmen. Dann Privat auf der Gegenseite ausgleichen; Eigenkapital nimmt den Saldo auf.
- Abschluss A · Nettobezüge
- Bezüge im Soll
- CHF 6’000
- Einlagen im Haben
- CHF 2’000
- Sollüberschuss
- CHF 4’000
- Ausgleich auf Privat
- CHF 4’000 im Haben
Eigenkapital an Privat · CHF 4’000
- Abschluss B · Nettoeinlagen
- Bezüge im Soll
- CHF 1’000
- Einlagen im Haben
- CHF 3’500
- Habenüberschuss
- CHF 2’500
- Ausgleich auf Privat
- CHF 2’500 im Soll
Privat an Eigenkapital · CHF 2’500
Nur der Nettosaldo wird auf Eigenkapital übertragen. Alle Einlagen und Bezüge sind bereits gebucht: kein neuer Geldfluss, Aufwand oder Ertrag.
Vergleich der beiden Abschlüsse aus Beispiel 3. A und B werden getrennt abgeschlossen und nicht miteinander verrechnet.
Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →
Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung
Privatbezüge als Lohn buchen
Der normale Privatbezug einer Einzelunternehmerin ist kein Lohnaufwand ihres Geschäfts. Er vermindert ihren Kapitalanteil. Anders gelagerte Lohnfälle bei einer AG oder GmbH gehören in deren eigene Buchhaltung.
Privateinlagen als Ertrag feiern
Eigene Finanzierung ist keine Geschäftsleistung. Die Einzahlung erhöht Privat im Haben, ohne den Geschäftsgewinn zu erhöhen.
Beim Abschluss nochmals bezahlen
Die ursprünglichen Zahlungen sind bereits gebucht. Für die Saldoübertragung brauchst du Privat und Eigenkapital. Eine erneute Bankbuchung würde die gleiche Zahlung doppelt erfassen.
Kannst du es auch ohne Spickzettel?
Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.
Privatkonto: deine Merkkarte
- Privat sammelt laufende Bezüge und Einlagen im Einzelunternehmen; es ist kein Aufwandskonto.
- Privatbezug im Soll, Privateinlage im Haben. Der Zweck bestimmt, ob Geschäftsaufwand vorliegt.
- Sollüberschuss: Eigenkapital an Privat. Habenüberschuss: Privat an Eigenkapital.
- Beim Abschluss wird nur der Saldo übertragen. Privat steht danach auf null; Bank und Jahresergebnis ändern sich dadurch nicht.
Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.
Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.
Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.