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Einfache Geschäftsfälle · Lektion 6

Privatkonto

Privates und Geschäftliches sauber auseinanderhalten.

Die Geschäftsbank bezahlt Miras private Ferien. Umgekehrt bezahlt Mira geschäftliches Büromaterial privat. Die Zahlungswege kreuzen sich; die Zwecke bleiben verschieden. Privat hält diese Bewegungen im Einzelunternehmen fest. Du lernst Buchungsrichtung und Abschluss auf Eigenkapital.

Die Ferien werden vom Geschäftskonto bezahlt. Sehr grosszügig. Eine Geschäftsreise wird daraus trotzdem nicht.

  • ca. 18 Minuten
  • 3 Beispiele
  • 3 Selbstchecks
Die Kontenlogik verstehen ↓Buchungssätze-Spiel →
Ein Fall auf einen BlickVom laufenden Privatkonto zum Abschluss
Bezüge im Soll
CHF 6’000
Einlagen im Haben
CHF 2’000
Sollüberschuss
CHF 4’000
Abschluss
Eigenkapital an Privat · CHF 4’000

6’000 − 2’000 = 4’000. Die Abschlussgutschrift gleicht Privat aus. Sie überträgt die bereits erfassten Nettobezüge; es fliessen keine weiteren CHF 4’000 ab.

Auf dieser Seite
  • Konto und Grundregel
  • Drei Buchungsbeispiele
  • Typische Denkfallen
  • Drei kurze Selbstchecks
  • Deine Merkkarte
  • Buchungssätze-Spiel
Verstehen

Was dieses Konto wirklich zeigt

Privat sammelt laufende Bezüge und Einlagen der Inhaberin eines Einzelunternehmens. Es ist ein Unterkonto des Eigenkapitals, kein Aufwandskonto: 2850 Privat im Schweizer Schulkontenrahmen. Unsere Fälle verwenden dieses Privatkontoverfahren; ausdrücklich dauerhafte Kapitalbewegungen können gemäss Kontenplan getrennt erfasst werden.

Privatbezüge stehen im Soll: Das Geschäft gibt der Inhaberin einen privaten Wert ab. Privateinlagen stehen im Haben: Die Inhaberin finanziert das Geschäft. Beide verändern ihren Kapitalanteil; für sich erzeugen sie weder Geschäftsaufwand noch Ertrag.

Entscheidend ist, wem die Leistung dient. Privatferien bleiben privat, selbst wenn die Geschäftsbank bezahlt. Geschäftliches Büromaterial bleibt Geschäftsaufwand, wenn die Inhaberin privat bezahlt. Bei einer schon gebuchten Geschäftsrechnung wird nur die bestehende Schuld getilgt; der Aufwand darf dabei kein zweites Mal entstehen.

Am Jahresende überträgst du den Saldo auf Eigenkapital: Sollüberschuss aus Nettobezügen → Eigenkapital an Privat; Habenüberschuss aus Nettoeinlagen → Privat an Eigenkapital. Privat steht danach auf null. Der Abschluss erzeugt keine Zahlung und keinen neuen Erfolg. Die CHF-Fälle rechnen ohne MWST. Für AG oder GmbH gilt dieses Inhaber-Privatkonto nicht.

2850 · Einzelunternehmen · Unterkonto des EigenkapitalsPrivat
SOLL · linksPrivatbezug · oder Abschluss eines Habenüberschusses
HABEN · rechtsPrivateinlage · oder Abschluss eines Sollüberschusses

Laufende Privatbezüge im Soll, laufende Privateinlagen im Haben. Beim Abschluss wird die stärkere Seite durch die Gegenbuchung ausgeglichen und der Saldo auf Eigenkapital übertragen.

Dein Ziel: Privatbezüge und Privateinlagen im Einzelunternehmen unterscheiden. Den Zweck einer Ausgabe vom verwendeten Bankkonto trennen. Einen Soll- oder Habenüberschuss korrekt auf Eigenkapital abschliessen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.

Nachvollziehen

Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.

Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.

01

Die private Ausgabe bleibt privat

Mira bezahlt CHF 800 für ausschliesslich private Ferien von der Geschäftsbank. Keine Vorbuchung, kein geschäftlicher Reiseanteil. Erfasse die Zahlung beim Einzelunternehmen.

SollkontoPrivat
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 800

Privatbezug im Soll: Mira erhält einen privaten Wert zulasten ihres Kapitalanteils. Bankvermögen sinkt im Haben um CHF 800. Der Geschäftsgewinn bleibt unverändert; kein Reiseaufwand entsteht.

Die Geschäftsbank zahlt. Der Zweck führt Regie: Private Ferien bleiben ein Privatbezug, kein Geschäftsaufwand.

02

Privat bezahlt, geschäftlich verbraucht

Mira bezahlt CHF 100 sofort verbrauchtes geschäftliches Büromaterial privat. Noch keine Rechnung oder Aufwand gebucht; keine Erstattung. Im Fall gehört Büromaterial zum Verwaltungsaufwand.

SollkontoVerwaltungsaufwand
an
HabenkontoPrivat
BetragCHF 100

Der neue betriebliche Verbrauch erzeugt Aufwand im Soll. Miras private Finanzierung wird auf Privat im Haben erfasst. Die Geschäftsbank bleibt unverändert; der Geschäftsgewinn sinkt durch das Büromaterial um CHF 100.

Der Geschäftsverbrauch erzeugt Aufwand. Die Privatgutschrift erklärt die Finanzierung und ist kein Ertrag.

03

Zwei Salden, zwei Abschlussrichtungen

Zwei unabhängige Abschlüsse, alle Bewegungen bereits gebucht: A hat CHF 6’000 Bezüge und CHF 2’000 Einlagen; B CHF 1’000 Bezüge und CHF 3’500 Einlagen. Übertrage jeweils den Nettosaldo auf Eigenkapital.

SollkontoEigenkapital Einzelunternehmen (A)
an
HabenkontoPrivat (A)
BetragCHF 4'000

A: Der Sollüberschuss 6’000 − 2’000 = 4’000 wird auf Privat im Haben ausgeglichen und belastet Eigenkapital im Soll. Kein neuer Aufwand und keine Bankbewegung.

SollkontoPrivat (B)
an
HabenkontoEigenkapital Einzelunternehmen (B)
BetragCHF 2'500

B: Der Habenüberschuss 3’500 − 1’000 = 2’500 wird auf Privat im Soll ausgeglichen und auf Eigenkapital im Haben übertragen. Kein neuer Ertrag und keine Bankbewegung.

Zuerst den Nettosaldo bestimmen. Dann Privat auf der Gegenseite ausgleichen; Eigenkapital nimmt den Saldo auf.

Visuell erklärtDie stärkere Seite bestimmt den AbschlussZwei unabhängige Privatkonten im Einzelunternehmen: Gleiche Abschlussregel, entgegengesetzte Salden.
  1. Abschluss A · Nettobezüge
    Bezüge im Soll
    CHF 6’000
    Einlagen im Haben
    CHF 2’000
    Sollüberschuss
    CHF 4’000
    Ausgleich auf Privat
    CHF 4’000 im Haben

    Eigenkapital an Privat · CHF 4’000

  2. Abschluss B · Nettoeinlagen
    Bezüge im Soll
    CHF 1’000
    Einlagen im Haben
    CHF 3’500
    Habenüberschuss
    CHF 2’500
    Ausgleich auf Privat
    CHF 2’500 im Soll

    Privat an Eigenkapital · CHF 2’500

Unabhängige Fälle
Privat nach dem AbschlussJeweils CHF 0

Nur der Nettosaldo wird auf Eigenkapital übertragen. Alle Einlagen und Bezüge sind bereits gebucht: kein neuer Geldfluss, Aufwand oder Ertrag.

Vergleich der beiden Abschlüsse aus Beispiel 3. A und B werden getrennt abgeschlossen und nicht miteinander verrechnet.

Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →

Gegenprüfen

Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung

Privatbezüge als Lohn buchen

Der normale Privatbezug einer Einzelunternehmerin ist kein Lohnaufwand ihres Geschäfts. Er vermindert ihren Kapitalanteil. Anders gelagerte Lohnfälle bei einer AG oder GmbH gehören in deren eigene Buchhaltung.

Privateinlagen als Ertrag feiern

Eigene Finanzierung ist keine Geschäftsleistung. Die Einzahlung erhöht Privat im Haben, ohne den Geschäftsgewinn zu erhöhen.

Beim Abschluss nochmals bezahlen

Die ursprünglichen Zahlungen sind bereits gebucht. Für die Saldoübertragung brauchst du Privat und Eigenkapital. Eine erneute Bankbuchung würde die gleiche Zahlung doppelt erfassen.

Selbst prüfen

Kannst du es auch ohne Spickzettel?

Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.

Frage 1Das Einzelunternehmen bezahlt CHF 450 für die private Haushaltsmiete der Inhaberin. Welche Buchung passt?
Frage 2Die Inhaberin bezahlt privat eine bereits korrekt gebuchte Geschäftsschuld von CHF 300. Keine Erstattung. Was fehlt noch?
Frage 3Privat enthält CHF 5’000 Einlagen und CHF 2’000 Bezüge. Wie schliesst du den Saldo ab?
Mitnehmen

Privatkonto: deine Merkkarte

  1. Privat sammelt laufende Bezüge und Einlagen im Einzelunternehmen; es ist kein Aufwandskonto.
  2. Privatbezug im Soll, Privateinlage im Haben. Der Zweck bestimmt, ob Geschäftsaufwand vorliegt.
  3. Sollüberschuss: Eigenkapital an Privat. Habenüberschuss: Privat an Eigenkapital.
  4. Beim Abschluss wird nur der Saldo übertragen. Privat steht danach auf null; Bank und Jahresergebnis ändern sich dadurch nicht.
Optional weiterüben

Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.

Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.

Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.

Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.

Kontenbasis: Schweizer Kontenrahmen KMU – offizielle Schulversion von SwissAccounting. Kontenbezeichnungen und Unterteilungen können im betrieblichen oder schulischen Kontenplan abweichen. Eigenkapital- und Privatkonto-Beispiele verwenden das jeweils erklärte Einzelunternehmen-Modell, nicht die Kapitalstruktur einer AG oder GmbH.

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