Zum Inhalt springen
Finanz- und Rechnungswesen
Lernbereich
  1. Lernen
  2. Einfache Geschäftsfälle
  3. Kasse
← Alle Themen
Einfache Geschäftsfälle · Lektion 1

Kasse

Was wirklich in der Schublade liegt – und auf welche Seite es gehört.

Du betreust die Geschäftskasse eines Grafikstudios. Kasse erfasst das vorhandene Firmenbargeld und seine Bewegungen. Das Gegenkonto erklärt den Grund. Alle Beträge sind in CHF; die MWST bleibt zur Vereinfachung ausgeblendet, ohne damit eine MWST-Befreiung zu behaupten.

Die Kasse nimmt Noten und Münzen. Charisma hat sie noch nie als Zahlungsmittel akzeptiert.

  • ca. 15 Minuten
  • 3 Beispiele
  • 3 Selbstchecks
Die Kontenlogik verstehen ↓Buchungssätze-Spiel →
Ein Fall auf einen BlickDrei Belege im Grafikstudio: vom Anfangs- zum Endbestand.
Bargeld am Morgen
CHF 420
+ Bankbezug für die Kasse
CHF 180
− Bar bezahltes Büromaterial
CHF 45
+ Zahlung einer offenen Kundenrechnung
CHF 180
Bargeld am Abend
CHF 735

420 + 180 − 45 + 180 = 735. Buchsaldo und gezähltes Bargeld müssen übereinstimmen.

Auf dieser Seite
  • Konto und Grundregel
  • Drei Buchungsbeispiele
  • Typische Denkfallen
  • Drei kurze Selbstchecks
  • Deine Merkkarte
  • Buchungssätze-Spiel
Verstehen

Was dieses Konto wirklich zeigt

Kasse erfasst die Noten und Münzen des Unternehmens. Im Schweizer Schulkontenrahmen heisst das Konto 1000 Kasse. Es gehört zu den flüssigen Mitteln und ist ein Aktivkonto. Das private Portemonnaie gehört nicht dazu.

Zugänge erhöhen das Kassenvermögen im Soll; Abgänge vermindern es im Haben. Der Anfangsbestand steht im Soll. Anfangsbestand plus Zugänge minus Abgänge ergibt den verbleibenden Bestand.

«Bar bezahlt» bestimmt zunächst nur das Geldkonto. Der Geschäftsfall erklärt das Gegenkonto: Bankbezug, Kundenzahlung und Materialverbrauch bedeuten wirtschaftlich Verschiedenes. Erst dann entscheidest du über die Erfolgswirkung.

1000 · Aktivkonto · flüssige MittelKasse
SOLL · linksBargeldeingänge / Zunahme
HABEN · rechtsBargeldausgänge / Abnahme

Bargeld nimmt zu → Soll. Bargeld nimmt ab → Haben.

Dein Ziel: Bargeld von Bankguthaben und Privatgeld unterscheiden. Soll und Haben für Bargeldbewegungen bestimmen. Buchsaldo und gezähltes Bargeld abstimmen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.

Nachvollziehen

Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.

Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.

01

Wechselgeld vom Geschäftskonto holen

Das Studio bezieht CHF 180 vom Geschäftskonto und legt alles in die Geschäftskasse. Das Geld gehört weiterhin dem Studio; es ist keine private Entnahme.

SollkontoKasse
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 180

Kasse nimmt als Aktivkonto zu: Soll. Bankguthaben nimmt als Aktivkonto ab: Haben. Dieser Aktivtausch verändert weder Bilanzsumme noch Ergebnis.

Das Geld wechselt die Adresse, nicht den Besitzer. Mehr Kasse, weniger Bank: Aktivtausch, kein Ertrag.

02

Büromaterial sofort bar bezahlen

Das Studio kauft Papier und Klebematerial für CHF 45, bezahlt bar und verbraucht es direkt. Der Kauf wurde noch nicht erfasst; eine bereits gebuchte Lieferantenschuld besteht nicht.

SollkontoVerwaltungsaufwand
an
HabenkontoKasse
BetragCHF 45

Der Verbrauch erhöht Verwaltungsaufwand im Soll. Kasse als Aktivkonto nimmt im Haben ab. Der Aufwand senkt das Ergebnis und darüber das Eigenkapital um CHF 45.

Hier entstehen Zahlung und Aufwand zusammen. Bei einer schon gebuchten Rechnung oder einem aktivierten Vermögenswert wäre das Gegenkonto anders.

03

Eine offene Rechnung bar begleichen

Ein Kunde bezahlt seine Rechnung von CHF 180 bar. Leistung, Ertrag und Forderung wurden bereits bei der Rechnungsstellung erfasst. Heute wird die Zahlung gebucht.

SollkontoKasse
an
HabenkontoForderungen aus Lieferungen und Leistungen
BetragCHF 180

Kasse steigt im Soll; der bezahlte Anspruch sinkt bei Forderungen im Haben. Beides sind Aktivkonten. Beim Aktivtausch bleiben Bilanzsumme und Ergebnis unverändert.

Der bereits verbuchte Ertrag bleibt einmal erfasst. Die Zahlung bringt keinen zweiten Umsatz.

Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →

Gegenprüfen

Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung

Bargeld und Kartenzahlung vermischen

Eine Kartenzahlung legt keine Noten in die Kasse. Je nach Abwicklung betrifft sie Bankguthaben oder zunächst ein Karten-Abrechnungskonto. Buche den tatsächlich veränderten Bestand.

Einen negativen Kassenbestand stehen lassen

Physisch kann die Kasse nicht weniger als null Bargeld enthalten. Ein negativer Buchsaldo verlangt eine Prüfung auf Fehler, fehlende Belege und falsche zeitliche Reihenfolge. Erfinde keine Einzahlung zum Schönrechnen.

Die Zähldifferenz mit einer Vermutung buchen

Zähle nochmals und prüfe die Belege. Ein vergessener Einkauf braucht eine andere Korrektur als ein nachgewiesener Kassenfehlbetrag. Dokumentiere die Ursache; ohne echten Geldtransfer ist Bankguthaben kein Gegenkonto für verschwundenes Bargeld.

Selbst prüfen

Kannst du es auch ohne Spickzettel?

Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.

Frage 1Am Morgen liegen CHF 280 in der Kasse. Du holst CHF 150 vom Geschäftskonto und bezahlst CHF 30 bar für direkt verbrauchtes Büromaterial. Was stimmt?
Frage 2Eine bereits gebuchte Kundenrechnung von CHF 220 wird vollständig bar bezahlt. Welcher Satz erfasst die Zahlung?
Frage 3Die Buchhaltung zeigt CHF 640, du zählst aber CHF 620. Was ist der sinnvolle nächste Schritt?
Mitnehmen

Kasse: deine Merkkarte

  1. 1000 Kasse misst geschäftliches Bargeld: Zunahme im Soll, Abnahme im Haben.
  2. Das Gegenkonto erklärt die Geldbewegung; ein Geldeingang allein beweist keinen Ertrag.
  3. Anfangsbestand + Zugänge − Abgänge = Kassenbestand. Vergleiche Buchsaldo und Bargeld.
  4. Ein negativer Buchsaldo oder eine Zähldifferenz verlangt eine belegbare Abklärung und Korrektur.
Optional weiterüben

Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.

Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.

Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.

Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.

Kontenbasis: Schweizer Kontenrahmen KMU – offizielle Schulversion von SwissAccounting. Kontenbezeichnungen und Unterteilungen können im betrieblichen oder schulischen Kontenplan abweichen. Eigenkapital- und Privatkonto-Beispiele verwenden das jeweils erklärte Einzelunternehmen-Modell, nicht die Kapitalstruktur einer AG oder GmbH.

← Einfache GeschäftsfälleBank →

© 2026 www.rechnungswesen-lernen.ch

LernbereichBuchungssätze lernenFachausweisKontakt