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Einfache Geschäftsfälle · Lektion 2

Bank

Kontobewegungen lesen, aus Firmensicht buchen und den Erfolg richtig einordnen.

Beim Veloservice zahlen Kunden, erhalten Lieferanten Geld und verlangt die Bank Gebühren. Jeder Vorgang braucht sein Gegenkonto. Alle Beträge sind in CHF; die MWST bleibt zur Vereinfachung ausgeblendet, ohne damit eine MWST-Befreiung zu behaupten.

Die Bank nennt es Gutschrift. Charmant. Du buchst trotzdem aus Firmensicht.

  • ca. 18 Minuten
  • 3 Beispiele
  • 3 Selbstchecks
Die Kontenlogik verstehen ↓Buchungssätze-Spiel →
Ein Fall auf einen BlickDrei Bewegungen beim Veloservice.
Guthaben vor den Bewegungen
CHF 2’500
+ Eingang einer offenen Kundenrechnung
CHF 1’250
− Zahlung einer gebuchten Lieferantenrechnung
CHF 480
− Bankgebühr
CHF 15
Guthaben nach den Bewegungen
CHF 3’255

2’500 + 1’250 − 480 − 15 = 3’255. Guthaben + CHF 755; Ergebnis − CHF 15. Nur die neue Gebühr belastet hier den Erfolg.

Auf dieser Seite
  • Konto und Grundregel
  • Drei Buchungsbeispiele
  • Typische Denkfallen
  • Drei kurze Selbstchecks
  • Deine Merkkarte
  • Buchungssätze-Spiel
Verstehen

Was dieses Konto wirklich zeigt

1020 Bankguthaben erfasst den Anspruch des Unternehmens gegenüber seiner Bank. Positives Guthaben ist ein Aktivkonto der flüssigen Mittel; Bargeld gehört zur Kasse.

Ein Geldeingang erhöht das Guthaben im Soll; ein Ausgang vermindert es im Haben. Anfangsguthaben plus Eingänge minus Ausgänge ergibt das Endguthaben. Diese Aktivregel gilt für positives Guthaben.

Ein Kontoauszug kann die Sicht der Bank zeigen. Dein Guthaben ist für sie eine Verpflichtung; ihre Buchungsseiten können spiegelverkehrt wirken. Entscheidend ist, ob dein eigenes Guthaben zunimmt oder abnimmt.

Bei einer Überziehung schuldet das Unternehmen der Bank Geld. Die kurzfristige Schuld gehört in der Bilanz zum Fremdkapital, im Schulkontenrahmen zu 2100 Bankverbindlichkeiten. Für dieses Passivkonto gilt: Schuldzunahme im Haben, Schuldabnahme im Soll.

1020 · Aktivkonto bei positivem Guthaben · flüssige MittelBankguthaben
SOLL · linksGeldeingänge / Guthaben nimmt zu
HABEN · rechtsGeldausgänge / Guthaben nimmt ab

Eigenes Guthaben nimmt zu → Soll. Eigenes Guthaben nimmt ab → Haben.

Dein Ziel: Bankguthaben aus Firmensicht als Aktivkonto verstehen. Kontoauszug, Beleg und eigene Buchungsseiten verbinden. Zahlungen von Aufwand und Ertrag trennen; eine Überziehung als Schuld erkennen. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.

Nachvollziehen

Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.

Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.

01

Der Kunde überweist eine offene Rechnung

Ein Kunde überweist CHF 1’250 für ausgeführte Reparaturen. Forderung und Dienstleistungserlös wurden bereits mit der Rechnung gebucht. Der Kontoauszug bestätigt jetzt den Eingang.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoForderungen aus Lieferungen und Leistungen
BetragCHF 1'250

Bankguthaben steigt als Aktivkonto im Soll; die Forderung sinkt als Aktivkonto im Haben. Beim Aktivtausch bleiben Bilanzsumme und Ergebnis unverändert. Kein neuer Ertrag entsteht.

Gleiche den richtigen offenen Posten aus. Die bezahlte Rechnung erzeugt keinen zweiten Erlös.

Visuell erklärtVom bestätigten Eingang zur eigenen BuchungDer Kontoauszug zeigt den Geldfluss. Die bereits gebuchte Kundenrechnung erklärt das Gegenkonto.
  1. Kontoauszug + RechnungZusammengehörige Belege des Veloservice
    Bestätigter Eingang
    CHF 1’250
    Zahlungsgrund
    Offene Reparaturrechnung
    Leistung und Erlös
    Bereits gebucht
  2. Eigene BuchhaltungAus Sicht des Veloservice
    Bankguthaben · Soll
    + CHF 1’250
    Forderungen · Haben
    − CHF 1’250
    Neuer Erlös
    CHF 0
Beleg zuordnen
Geld ersetzt den Anspruch

Das eigene Bankguthaben wächst im Soll. Die Kundenforderung sinkt im Haben; die Zahlung erzeugt keinen zweiten Erlös.

Lernbeispiel zur bereits gebuchten Reparaturrechnung. Die Beträge zeigen Veränderungen, keine vollständigen Kontensalden.

02

Eine erfasste Lieferantenschuld bezahlen

Der Veloservice überweist CHF 480 für eine bereits gebuchte Lieferantenrechnung. Aufwand und Verbindlichkeit wurden beim Rechnungseingang erfasst. Heute wird nur diese Schuld beglichen.

SollkontoVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 480

Die Verbindlichkeit sinkt als Passivkonto im Soll; Bankguthaben sinkt als Aktivkonto im Haben. Aktiven und Fremdkapital vermindern sich um CHF 480. Das Ergebnis bleibt unverändert.

Die Schuld verlässt die Bühne. Der Aufwand hatte seinen Auftritt schon beim Rechnungseingang; die Zahlung erzeugt keinen neuen.

03

Die Bank belastet eine neue Gebühr

Die Bank zieht CHF 15 Kontoführungsgebühr für die laufende Periode ab. Sie wurde noch nicht erfasst. Der Kontoauszug mit Gebührenangabe ist der Beleg.

SollkontoFinanzaufwand
an
HabenkontoBankguthaben
BetragCHF 15

Finanzaufwand nimmt im Soll zu; Bankguthaben als Aktivkonto nimmt im Haben ab. Die Gebühr vermindert das Ergebnis und darüber das Eigenkapital um CHF 15. Hier entsteht neuer Aufwand.

Lieferantenzahlung tilgt eine Schuld; neue Bankgebühr belastet den Periodenerfolg.

Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →

Gegenprüfen

Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung

Jeden Eingang als Umsatz behandeln

Kundenzahlungen können Forderungen begleichen. Auch ein Kredit erhöht das Bankguthaben, schafft aber eine Schuld. Der Zahlungsgrund bestimmt Gegenkonto und Erfolgswirkung.

Den Auszug ohne Belege kopieren

Ordne Bewegungen ihren Belegen zu und prüfe frühere Buchungen. Vergleiche Buchsaldo und Auszug am selben Stichtag; kläre Unterschiede vor einer Korrektur.

Überziehung mit Verlust verwechseln

Ein Minus bedeutet eine Bankschuld, beweist aber keinen Periodenverlust. Die Bilanz muss den Schuldcharakter zeigen. Zugehörige Zinsen und Gebühren sind eigene Aufwandsvorgänge.

Selbst prüfen

Kannst du es auch ohne Spickzettel?

Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.

Frage 1Eine Bankgutschrift von CHF 800 bezahlt eine gebuchte Kundenforderung. Auf welche Seite kommt Bankguthaben?
Frage 2Eine bereits gebuchte Lieferantenrechnung von CHF 520 wird per Bank bezahlt. Welche Begründung trifft zu?
Frage 3Das Geschäftskonto ist am Stichtag um CHF 200 überzogen. Welche Aussage folgt daraus?
Mitnehmen

Bank: deine Merkkarte

  1. Positives Bankguthaben ist ein Aktivkonto: Zunahme im Soll, Abnahme im Haben.
  2. Buche aus Firmensicht; Beleg und Geschäftsfall erklären das Gegenkonto.
  3. Bezahlte Forderungen und Schulden erzeugen keinen zweiten Ertrag oder Aufwand.
  4. Eine Überziehung ist eine Bankverbindlichkeit. Geldbestand und Periodenergebnis sind verschiedene Grössen.
Optional weiterüben

Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.

Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.

Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.

Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.

Kontenbasis: Schweizer Kontenrahmen KMU – offizielle Schulversion von SwissAccounting. Kontenbezeichnungen und Unterteilungen können im betrieblichen oder schulischen Kontenplan abweichen. Eigenkapital- und Privatkonto-Beispiele verwenden das jeweils erklärte Einzelunternehmen-Modell, nicht die Kapitalstruktur einer AG oder GmbH.

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