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Einfache Geschäftsfälle · Lektion 3

Forderungen

Die Leistung ist erbracht. Das Geld lässt sich noch Zeit.

Eine abgeschlossene Beratung wird fakturiert: Die Firma besitzt einen Anspruch, das Geld folgt später. Du verfolgst diesen Anspruch bis zur letzten Zahlung und trennst Ertrag von Geldfluss. Alle Beispiele zeigen die Sicht der Firma und Beträge in CHF; MWST bleibt zur Erklärung ausgeblendet. Das bedeutet keine Steuerbefreiung.

Die Leistung ist erledigt. Das Geld spielt noch schwer zu kriegen. Der Anspruch steht schon in der Bilanz.

  • ca. 18 Minuten
  • 3 Beispiele
  • 3 Selbstchecks
Die Kontenlogik verstehen ↓Buchungssätze-Spiel →
Ein Fall auf einen BlickEine Rechnung nach der ersten Zahlung
Fakturierte Beratung
CHF 2’400
Bereits bezahlt
− CHF 900
Noch offene Forderung
CHF 1’500

Der Anspruch sinkt mit der Zahlung. Der bereits erfasste Ertrag bleibt CHF 2’400.

Auf dieser Seite
  • Konto und Grundregel
  • Drei Buchungsbeispiele
  • Typische Denkfallen
  • Drei kurze Selbstchecks
  • Deine Merkkarte
  • Buchungssätze-Spiel
Verstehen

Was dieses Konto wirklich zeigt

Eine Forderung ist ein Anspruch der Firma gegenüber einem anderen. Hier geht es um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Kunden schulden Geld für eine bereits erbrachte und fakturierte Lieferung oder Leistung. Dafür begegnet dir auch die Bezeichnung Debitoren. Der Kunde muss bezahlen; die Firma besitzt den Anspruch.

Konto 1100 ist ein Aktivkonto im Umlaufvermögen. Es misst offene Kundenansprüche, kein verfügbares Geld. Forderungen allgemein umfassen auch andere Ansprüche: Ein langfristig gewährtes Darlehen gehört beispielsweise zu den Finanzanlagen. Anlass und Dauer bestimmen das passende Konto.

1100 · Aktivkonto · UmlaufvermögenForderungen aus Lieferungen und Leistungen
SOLL · linksZunahme der Kundenforderung
HABEN · rechtsAbnahme der Kundenforderung

Mehr Anspruch → Soll. Weniger Anspruch → Haben.

Dein Ziel: Kundenforderungen von Geldbeständen und Lieferantenschulden unterscheiden. Rechnung, Teilzahlung und Restzahlung mit den richtigen Kontenseiten buchen. Den offenen Betrag und die Wirkung auf den Gewinn erklären. Die Zeitangabe umfasst Erklärung, Beispiele und Selbstchecks. Weiteres Üben im Trainer ist freiwillig.

Nachvollziehen

Drei Fälle. Immer dieselbe Denkfolge.

Welches Konto? Welche Veränderung? Welche Seite? Alle Beträge in CHF; vereinfachte eigene Lernfälle ohne MWST, Rabatte oder Skonti.

01

Beratung abgeschlossen, Rechnung offen

Eine Beratungsfirma hat die vereinbarte Leistung vollständig erbracht und stellt erstmals CHF 2’400 in Rechnung, zahlbar in 30 Tagen. Leistung und Rechnung wurden noch nicht gebucht. Heute kommt kein Geld an.

SollkontoForderungen aus Lieferungen und Leistungen
an
HabenkontoDienstleistungserlöse
BetragCHF 2'400

Der Anspruch nimmt als Aktivkonto im Soll zu. Dienstleistungserlöse steigen im Haben. Forderung, Ertrag und Gewinn erhöhen sich um CHF 2’400. Bankguthaben bleibt unverändert: Es wurde noch nicht bezahlt.

Die erbrachte, fakturierte Leistung erzeugt hier Ertrag und Anspruch. Der Geldfluss folgt später.

02

Der Kunde bezahlt CHF 900

Der Kunde überweist CHF 900 auf das Geschäftskonto. Der Kontoauszug bestätigt die Teilzahlung derselben bereits gebuchten Rechnung. Von CHF 2’400 bleiben CHF 1’500 offen. Eine neue Leistung gibt es nicht.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoForderungen aus Lieferungen und Leistungen
BetragCHF 900

Bankguthaben nimmt als Aktivkonto im Soll um CHF 900 zu. Forderungen nehmen als Aktivkonto im Haben gleich stark ab: ein Aktivtausch. Bilanzsumme, Ertrag und Gewinn bleiben unverändert. Der offene Betrag beträgt CHF 1’500.

Mehr Geld auf der Bank, weniger offener Anspruch. Der Ertrag bekommt keine Zugabe: Die Leistung wurde bereits erfasst.

03

Die restlichen CHF 1’500 treffen ein

Später überweist der Kunde die restlichen CHF 1’500 auf die Bank. Es gibt keine Abzüge oder zusätzlichen Leistungen. CHF 900 plus CHF 1’500 ergeben die fakturierten CHF 2’400: Die Rechnung ist bezahlt.

SollkontoBankguthaben
an
HabenkontoForderungen aus Lieferungen und Leistungen
BetragCHF 1'500

Bankguthaben steigt im Soll um CHF 1’500; die Forderung sinkt im Haben auf null. Der Aktivtausch hat keine Gewinnwirkung. Insgesamt wurden CHF 2’400 Bankeingänge und einmal CHF 2’400 Dienstleistungserlöse erfasst.

Dieser Anspruch ist erledigt. Andere offene Kundenrechnungen können weiterhin einen Saldo bilden.

Visuell erklärtEine Beratung, drei Belege, einmal ErlösVerfolge dieselbe Rechnung durch die drei Beispiele: Der offene Anspruch wird schrittweise zu Geld.
  1. 1 · RechnungBeratung vollständig erbracht
    Offene Forderung
    CHF 2’400
    Bisher bezahlt
    CHF 0
    Erfasster Erlös
    CHF 2’400
    Schritt 1
  2. 2 · TeilzahlungCHF 900 treffen auf der Bank ein
    Offene Forderung
    CHF 1’500
    Bisher bezahlt
    CHF 900
    Erfasster Erlös
    CHF 2’400
    Schritt 2
  3. 3 · RestzahlungWeitere CHF 1’500 treffen ein
    Offene Forderung
    CHF 0
    Bisher bezahlt
    CHF 2’400
    Erfasster Erlös
    CHF 2’400
    Schritt 3
Dieselbe Rechnung
CHF 900 + CHF 1’500CHF 2’400 bezahlt

Beide Zahlungen tilgen den bestehenden Anspruch. Der einmal erfasste Beratungserlös bleibt durch die Zahlungen unverändert.

Rückblick auf die drei zusammengehörigen Lernfälle. «Bisher bezahlt» betrifft nur diese Rechnung, nicht das gesamte Bankguthaben.

Selber statt nur mitlesen? Im Buchungssätze-Spiel anwenden →

Gegenprüfen

Diese Abkürzungen führen in die falsche Richtung

Bank schon bei der Rechnung buchen

Das Zahlungsziel ist keine Überweisung. Bis zur Zahlung steigt der Anspruch, nicht das Bankguthaben. Rechnungsbeleg und Bankbeleg zeigen zwei Ereignisse.

Den Ertrag bei jeder Zahlung wiederholen

Teilzahlungen begleichen den Anspruch. Wer erneut Dienstleistungserlöse bucht, zählt denselben Ertrag mehrfach und lässt die Forderung zu hoch stehen.

Die Sicht der Firma vergessen

Der Kunde schuldet uns Geld: Forderung. Wir schulden dem Lieferanten Geld: Verbindlichkeit. Wer bezahlen muss, klärt die Richtung.

Selbst prüfen

Kannst du es auch ohne Spickzettel?

Wähle jeweils eine Antwort und prüfe die Begründung. Diese drei Fragen sind eine Lernhilfe, keine gespeicherte Prüfung und kein Kompetenznachweis.

Frage 1Eine Beratung ist erbracht und erstmals mit CHF 800 fakturiert. Zahlung folgt nächsten Monat. Was buchst du heute?
Frage 2Eine bereits gebuchte Kundenrechnung über CHF 1’600 wird mit CHF 600 per Bank angezahlt. Welche Veränderung stimmt?
Frage 3Ein Kunde bezahlt eine vollständig und korrekt gebuchte Rechnung ohne Abzüge. Warum entsteht beim Zahlungseingang kein neuer Gewinn?
Mitnehmen

Forderungen: deine Merkkarte

  1. Kundenforderungen sind offene Ansprüche, kein verfügbares Geld.
  2. Das Aktivkonto nimmt im Soll zu und im Haben ab.
  3. Zahlung: Bankguthaben an Forderungen. Bereits erfasster Ertrag wird nicht wiederholt.
  4. Offener Betrag = Rechnung minus zugeordnete Zahlungen, sofern keine weiteren Änderungen vorliegen.
Optional weiterüben

Die Konten warten. Dein Wissen darf mitspielen.

Im Buchungssätze-Spiel leitest du Konten, Soll und Haben aus echten Lernfällen her. Der gemeinsame Trainer bleibt derselbe – einschliesslich deines dort gespeicherten Lernstands.

Buchungssätze-Spiel starten →Eigenständige Übung, ohne Zeitlimit dieser Kurzlektion. Die Lesebestätigung unten ist kein Trainerergebnis.

Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.

Kontenbasis: Schweizer Kontenrahmen KMU – offizielle Schulversion von SwissAccounting. Kontenbezeichnungen und Unterteilungen können im betrieblichen oder schulischen Kontenplan abweichen. Eigenkapital- und Privatkonto-Beispiele verwenden das jeweils erklärte Einzelunternehmen-Modell, nicht die Kapitalstruktur einer AG oder GmbH.

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