Eröffnungsbuchungen
Ein neues Jahr. Kein zweites Vermögen.
Übernimm die vorhandenen Bestände auf die richtigen Kontoseiten. Verstehe das Eröffnungsbilanzkonto und starte ins neue Jahr, ohne alte Leistungen nochmals als Umsatz zu zählen.
Der Jahreswechsel setzt den Kalender zurück. Nicht das Bankguthaben. Zum Glück.- 0131. Dezember · VorjahresabschlussDie Schlussbestände stehen fest.
- 021. Januar · EröffnungDieselben Bestände. Neue Kontenperiode.
- 03Danach · Laufende BuchungenNeue Vorgänge verändern den Anfang.
Aktiven CHF 9’200 = Fremdkapital CHF 1’200 + Eigenkapital CHF 8’000. Neuer Erfolg allein aus der Eröffnung: CHF 0.
Auf dieser Seite
Nach dieser Lektion kannst du …
- vorhandene Bestände von neuen Geschäftsfällen unterscheiden
- Aktivkonten mit Aktivkonto an EBK eröffnen
- Passivkonten mit EBK an Passivkonto eröffnen
- Eröffnungsbilanz und EBK abstimmen
- Erfolgskonten ohne Vorjahresaufwand und -ertrag beginnen
- automatischen Vortrag prüfen statt doppelt zu buchen
Am Jahresanfang sind bereits CHF 5’000 auf der Bank. Ist die Übernahme in die neuen Konten ein neuer Ertrag?
Ein Bestand, zwei Kontoseiten
Alpenblick Service übernimmt CHF 5’000 Bankguthaben aus der Vorjahresschlussbilanz. Wir verwenden das didaktische Eröffnungsbilanzkonto EBK.
- 1Bankguthaben ist ein Aktivkonto; sein Anfangsbestand gehört ins Soll.
- 2Das EBK übernimmt die gleich hohe Gegenbuchung im Haben.
- 3Der Buchungssatz lautet Bankguthaben an EBK CHF 5’000.
- 4Nach der vollständigen Eröffnung stehen im EBK Soll und Haben je CHF 9’200. Sein Saldo ist null; die einzelnen Bestandskonten behalten ihre Anfangswerte.
Eine bestehende Lieferantenschuld CHF 1’200 soll ins neue Geschäftsjahr übernommen werden. Wie lautet die Eröffnung mit EBK?
Der Kalender wechselt. Die Werte bleiben.
Die neue Buchhaltung braucht einen Anfang. Das Unternehmen beginnt deshalb nicht wieder bei null.
Am 31. Dezember besitzt Alpenblick Service Geld, offene Kundenforderungen und Mobiliar. Gleichzeitig bestehen Lieferantenschulden und Eigenkapital. Diese Werte verschwinden nicht in der Silvesternacht. Die Eröffnung übernimmt die abgestimmten Bestände in die Konten der neuen Periode.
Was ist am Anfang schon da?
Bankguthaben, Bargeld, Forderungen, Mobiliar, Schulden und Eigenkapital erhalten ihre Anfangsbestände.
Was geschieht erst danach?
Neue Leistungen, Käufe und Zahlungen verändern diese Ausgangslage. Sie gehören zu den laufenden Buchungen.
Diese Lektion behandelt den Jahreswechsel eines fortgeführten Betriebs. Eine Unternehmensgründung oder eine neue Kapitaleinlage ist ein anderer Sachverhalt.
Ein Fall. Sechs Bestände. Eine klare Grundlage.
Mit Alpenblick Service gehst du später auch durch die laufenden Buchungen und den Abschluss. Hier legen wir den Anfang fest.
Alpenblick Service ist eine fiktive, vereinfachte Einzelfirma. Für den Lernfall verwenden wir die doppelte Buchhaltung, keine MWST und keine Privatbewegungen. Die folgenden Werte stammen aus dem abgestimmten Vorjahresabschluss. Forderungen aus L&L sind Ansprüche aus Lieferungen und Leistungen; Verbindlichkeiten aus L&L sind entsprechende Schulden.
Aktiven · vorhandene Werte
- Bankguthaben
- 5’000
- Kasse
- 200
- Forderungen aus L&L
- 1’000
- Mobiliar
- 3’000
Passiven · Finanzierung
- Verbindlichkeiten aus L&L
- 1’200
- Eigenkapital
- 8’000
Aktiven CHF 9’200 − Fremdkapital CHF 1’200 = Eigenkapital CHF 8’000. Die flüssigen Mittel betragen Bank CHF 5’000 + Kasse CHF 200 = CHF 5’200.
Auch das Mobiliar wird mit seinem vorhandenen Buchwert von CHF 3’000 übernommen. Wir kaufen es nicht nochmals und buchen durch die Eröffnung auch keine zusätzliche Abschreibung.
Aktivkonten starten im Soll.
Die Bilanz nennt den Bestand. Die Eröffnungsbuchung bringt ihn auf das einzelne Konto und braucht eine Gegenbuchung.
Wir verwenden dafür das Eröffnungsbilanzkonto, kurz EBK. Es ist hier ein didaktisches Hilfskonto: An ihm kannst du die doppelte Erfassung nachvollziehen. Es ist kein Bankkonto, kein Ertrag und keine Aussage darüber, wie deine Software den Vortrag technisch abbilden muss.
Herleitung am Bankguthaben: Ein positiver Aktivbestand gehört auf die Sollseite des Bankkontos. Damit die Buchung ausgeglichen ist, erhält das EBK denselben Betrag im Haben. Daraus folgt Bankguthaben an EBK, CHF 5’000.
- E-01Bankguthaben an EBKCHF 5’000 · Eröffnung 01.01.20X1
Bankguthaben erhält den Anfangsbestand im Soll. Im EBK steht die Gegenbuchung im Haben.
- E-02Kasse an EBKCHF 200 · Eröffnung 01.01.20X1
Kasse erhält den Anfangsbestand im Soll. Im EBK steht die Gegenbuchung im Haben.
- E-03Forderungen aus L&L an EBKCHF 1’000 · Eröffnung 01.01.20X1
Forderungen aus L&L erhält den Anfangsbestand im Soll. Im EBK steht die Gegenbuchung im Haben.
- E-04Mobiliar an EBKCHF 3’000 · Eröffnung 01.01.20X1
Mobiliar erhält den Anfangsbestand im Soll. Im EBK steht die Gegenbuchung im Haben.
Die vier Aktivkonten enthalten danach ihre tatsächlichen Anfangsbestände. Im EBK summieren sich deren Gegenbuchungen auf CHF 9’200 im Haben.
Passivkonten starten im Haben.
Bei Schulden und Eigenkapital liegt der Anfangsbestand auf der anderen Seite. Deshalb dreht sich auch der Eröffnungssatz.
Die Lieferantenschuld von CHF 1’200 besteht bereits. Das Verbindlichkeitskonto erhält seinen Anfangsbestand im Haben; das EBK wird im Soll gebucht. Genau dieselbe Seitenlogik gilt für das Eigenkapital von CHF 8’000.
- E-05EBK an Verbindlichkeiten aus L&LCHF 1’200 · Eröffnung 01.01.20X1
Verbindlichkeiten aus L&L erhält den Anfangsbestand im Haben. Im EBK steht die Gegenbuchung im Soll.
- E-06EBK an EigenkapitalCHF 8’000 · Eröffnung 01.01.20X1
Eigenkapital erhält den Anfangsbestand im Haben. Im EBK steht die Gegenbuchung im Soll.
Soll · Gegenbuchungen zu Passiven
- Verbindlichkeiten aus L&L
- 1’200
- Eigenkapital
- 8’000
Haben · Gegenbuchungen zu Aktiven
- Bankguthaben
- 5’000
- Kasse
- 200
- Forderungen aus L&L
- 1’000
- Mobiliar
- 3’000
CHF 9’200 Soll − CHF 9’200 Haben = CHF 0 EBK-Saldo. Das Hilfskonto ist ausgeglichen; die sechs Bestandskonten sind eröffnet.
Bestände gehen weiter. Der neue Erfolg beginnt bei null.
Eine neue Periode braucht eigene Aufwands- und Ertragskonten, damit ihr Ergebnis nicht mit dem Vorjahr vermischt wird.
Erfolgskonten sammeln Aufwand und Ertrag eines Zeitraums. Ihr Vorjahresergebnis wurde im Abschluss verarbeitet und wirkt beim vereinfachten Einzelunternehmen im Eigenkapital weiter. Es wird nicht nochmals als Aufwand oder Ertrag der neuen Periode eröffnet.
Forderungen: CHF 1’000
Der Kunde hat noch nicht bezahlt. Der Anspruch muss deshalb im neuen Jahr weiterhin sichtbar sein.
Dienstleistungserlöse: CHF 0
Die alte Leistung war bereits Vorjahresertrag. Ihre offene Rechnung ist kein neuer Umsatz.
Auch eine später eintreffende Zahlung auf diese Rechnung erzeugt nicht automatisch neuen Ertrag. Sie vermindert die Forderung und erhöht das Bankguthaben. Diesen nächsten Schritt übst du in Laufende Buchungen.
Öffne die Konten – und begründe jeden Schritt.
Verfolge, wie aus derselben Anfangsbilanz einzelne Konten entstehen. Danach entscheidest du ohne vorgegebene Lösung.
Eröffnung Schritt für Schritt
Die Vermögenswerte und Schulden bestehen bereits. Die Anzeige zeigt ihre schrittweise Erfassung in den noch nicht eröffneten Konten – nicht eine Firma ohne Vermögen.
Die Bestände warten auf ihre Übertragung.
Gehe einzeln vorwärts. Mit «Zurück» kannst du die letzte Veränderung wieder untersuchen. Diese Lernansicht verändert deinen gespeicherten Fortschritt nicht.
Kontensalden nach Schritt 0
- Bankguthaben
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Kasse
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Forderungen aus L&L
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Mobiliar
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Verbindlichkeiten aus L&L
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Darlehensverbindlichkeiten
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Eigenkapital
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Dienstleistungserlöse
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Raumaufwand
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Büromaterialaufwand
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Eröffnungsbilanzkonto (EBK)
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
CHF 1’200 Lieferantenschulden übernehmen
Notiere zuerst die Kontoart und die Seite des Anfangsbestands. Formuliere erst danach den Satz mit EBK. Wird die Bank dabei verändert?
Hinweis öffnen
Die Schuld besteht bereits. Auf welcher Seite zeigt ein Passivkonto einen positiven Anfangsbestand?
Lösung und Herleitung
Verbindlichkeiten aus L&L ist ein Passivkonto. Der Anfangsbestand CHF 1’200 steht im Haben. Die Gegenbuchung erhält das EBK im Soll: EBK an Verbindlichkeiten aus L&L, CHF 1’200.
Die Bank bleibt unverändert bei CHF 5’000. Eine Schuld übernehmen und eine Schuld bezahlen sind zwei verschiedene Vorgänge.
«Die CHF 1’000 sind doch neu im Konto.»
Jemand möchte die Vorjahresforderung mit «Forderungen aus L&L an Dienstleistungserlöse» eröffnen. Prüfe die Aussage aus Sicht des Kunden, des neuen Jahresertrags und der richtigen Gegenbuchung.
Hinweis öffnen
Neu im Kontoblatt bedeutet nicht neu entstanden. Wann wurde die zugrunde liegende Leistung als Ertrag erfasst?
Lösung und Herleitung
Der Kunde schuldet weiterhin dieselben CHF 1’000. Die Leistung gehört ins Vorjahr und wurde dort bereits als Ertrag erfasst. Der richtige Eröffnungssatz lautet Forderungen aus L&L an EBK, CHF 1’000. Der neue Dienstleistungsertrag bleibt bei CHF 0.
Ein ausgeglichenes Hilfskonto ist erst die halbe Kontrolle.
Die Eröffnung muss stimmen – nach Betrag, Konto, Seite und Zeitpunkt. Eine hübsche Null kann trotzdem einen Fehler verstecken.
- Grundlage abstimmen
Stammen die Werte aus dem richtigen Vorjahresabschluss? Stimmen offene Rechnungen und die zugehörigen Einzelposten mit den übernommenen Totalen überein?
- Jedes Konto prüfen
Bank 5’000, Kasse 200, Forderungen 1’000 und Mobiliar 3’000 im Soll; Verbindlichkeiten 1’200 und Eigenkapital 8’000 im Haben.
- Vollständigkeit und Einmaligkeit sichern
Kein Bestand fehlt, kein Betrag wird doppelt übernommen. Automatischer Vortrag und manuelle Buchungen dürfen nicht unbemerkt denselben Bestand zweimal eröffnen.
- Erfolg und EBK kontrollieren
Die neuen Erfolgskonten beginnen bei null. Im vollständigen didaktischen Modell sind EBK-Soll und EBK-Haben je CHF 9’200.
Fehlerfall: Das Mobiliar fehlt.
Alle Eröffnungsbuchungen ausser «Mobiliar an EBK CHF 3’000» wurden erfasst. Im EBK stehen Soll CHF 9’200 und Haben CHF 6’200. Was erklärt die Differenz?
Fehler erklären und beheben
Die fehlende Aktivübernahme lässt im EBK die Haben-Gegenbuchung von CHF 3’000 fehlen. Nach Prüfung der Grundlage wird die ausgelassene Eröffnung ergänzt. Das Mobiliar erhält CHF 3’000 im Soll; das EBK erhält CHF 3’000 im Haben.
Eine zufällige Buchung auf Ertrag würde das Hilfskonto vielleicht rechnerisch verändern, aber den fehlenden Vermögensbestand nicht korrekt herstellen.
Alle Werte zweimal eröffnet
Das EBK kann weiterhin null sein. Trotzdem sind die Bestände verdoppelt. Vergleiche deshalb jedes Konto mit der Ausgangsbilanz.
Bank und Mobiliar verwechselt
Die Gesamtsumme bleibt erhalten. Der einzelne Bankbestand wäre dennoch falsch. Gleichgewicht ersetzt keine Kontenabstimmung.
START // KLAR
Acht Entscheidungen von der ersten Übernahme bis zur Softwarekontrolle. Prüfe die Bedeutung, nicht nur die zwei Kontonamen.
START // KLAR
Übernimm die Anfangsbestände von Alpenblick Service, finde die passenden Kontoseiten und verhindere doppelten Ertrag.

- 01Fall lesen
- 02Entscheiden
- 03Herleitung prüfen
8 Fälle · ein Punkt pro richtiger Entscheidung · ohne Zeitdruck
Nach einem Neuladen beginnt eine neue Runde. Abgeschlossene Ergebnisse bleiben im Lernstand gespeichert.30 Fragen für einen sauberen Start.
Erkläre die Übernahme, wähle die richtige Kontoseite und erkenne die Grenzen einer reinen Summenkontrolle.
Quiz wird vorbereitet …
Die drei Runden und dein lokaler Fortschritt werden geladen.
Startwerte gesetzt. Jetzt kann das Jahr beginnen.
Du hast kein Geld verdient und keine Schuld bezahlt. Du hast die Ausgangslage nachvollziehbar in die neue Periode übertragen.
- Die Eröffnung übernimmt bestehende Bilanzwerte – keine neuen Geschäftsvorfälle.
- Aktivkonten beginnen im Soll: Aktivkonto an EBK.
- Passivkonten einschliesslich Eigenkapital beginnen im Haben: EBK an Passivkonto.
- Aufwand und Ertrag starten für die neue Periode bei null. Vorjahresforderungen sind kein neuer Umsatz.
- Im Musterfall: Aktiven 9’200 = Schulden 1’200 + Eigenkapital 8’000; EBK-Saldo 0.
- Bestände einzeln abstimmen. Eine ausgeglichene Summe erkennt nicht jede Doppelbuchung oder Verwechslung.
- Das EBK ist unser Erklärmodell. In Software zählt die korrekte, einmalige Übernahme – nicht ein bestimmter Bildschirm oder eine erfundene Kontonummer.