Laufende Buchungen
Die Konten stehen. Jetzt passiert das Leben dazwischen.
Rechnungen entstehen, Kunden bezahlen, Miete wird fällig. Verfolge acht Geschäftsfälle derselben Lernfirma – vom Beleg über den Buchungssatz bis zum neuen Kontostand.
Die Bank kennt jede Zahlung. Ob sie auch Gewinn bedeutet, weiss sie allerdings nicht.- 1’500Beratung erbracht · CHFForderungen an Dienstleistungserlöse
- 900Teilzahlung erhalten · CHFBankguthaben an Forderungen
- 600Aus dieser Rechnung offen · CHFErtrag bleibt CHF 1’500.
Der zweite Eintrag bewegt Geld und Anspruch. Er verkauft die Beratung nicht ein zweites Mal.
Auf dieser Seite
Nach dieser Lektion kannst du …
- neue Bewegungen von übernommenen Anfangsbeständen trennen
- laufende Buchungssätze aus der wirtschaftlichen Wirkung herleiten
- Rechnung, Teilzahlung und offenen Rest verbinden
- Finanzierung und Geldortwechsel von Aufwand und Ertrag unterscheiden
- Kontensalden über mehrere Geschäftsfälle nachführen
- Vollständigkeit und Belegbezug zusätzlich zur Seitengleichheit prüfen
Ein Kunde bezahlt eine Rechnung, deren Leistung schon als Ertrag gebucht wurde. Was entsteht bei der Zahlung?
Eine neue Rechnung, eine Teilzahlung
Alpenblick Service erbringt Beratung für CHF 1’500 auf Rechnung. Später bezahlt der Kunde CHF 900 per Bank. Alle Beträge ohne MWST.
- 1Bei der erbrachten und fakturierten Leistung: Forderungen aus L&L an Dienstleistungserlöse CHF 1’500.
- 2Bei der späteren Teilzahlung: Bankguthaben an Forderungen aus L&L CHF 900.
- 3Aus dieser Rechnung bleiben CHF 600 offen.
- 4Der Ertrag aus dieser Leistung bleibt CHF 1’500. Der Zahlungseingang von CHF 900 ist kein zusätzlicher Ertrag.
Auf der Bank gehen CHF 2’000 aus einem neu aufgenommenen Darlehen ein. Welche Konten verändern sich und wie?
Nicht neu anfangen. Richtig weiterführen.
Die Eröffnungsbuchungen haben den Anfangsbestand sichtbar gemacht. Laufende Buchungen erfassen, was danach tatsächlich geschieht.
Ein Bankbestand von CHF 5’000 ist ein Ausgangspunkt. Eine Kundenzahlung von CHF 600 ist eine neue Bewegung. Du addierst die Zahlung zum vorhandenen Bankbestand – du eröffnest das Konto nicht nochmals und erklärst die CHF 5’000 auch nicht nachträglich zu Umsatz.
Ein Bestand wird fortgesetzt.
Bank, Kasse, Forderungen, Mobiliar, Schulden und Eigenkapital kommen aus der Eröffnung. Dass eine alte Rechnung erst jetzt bezahlt wird, macht ihre damalige Leistung nicht neu.
Ein Geschäftsfall verändert Konten.
Du prüfst die wirtschaftliche Ursache, wählst Konten und Seiten und erfasst den Vorgang genau einmal. Die Journal- und Kontensicht zeigen anschliessend dieselbe Buchung.
Anfangsbestand + Zunahmen − Abnahmen = neuer Bestand. Aber: Geldbewegung ≠ automatisch Erfolg.
Vier Fragen, bevor du «buchen» denkst.
Ein Kontoname ist das Ergebnis deiner Analyse. Nicht der Ersatz dafür.
- Was ist passiert – und was war schon erfasst?
Neue Leistung, neue Rechnung, Zahlung einer alten Schuld, Umbuchung oder Finanzierung? Lies den Beleg im Zusammenhang mit früheren Einträgen.
- Welche wirtschaftlichen Grössen verändern sich?
Bei einer alten Kundenforderung: Bank nimmt zu, Forderung nimmt ab. Die damalige Leistung verändert sich durch die Zahlung nicht.
- Welche Kontoarten und Seiten folgen daraus?
Aktivzunahme im Soll, Aktivabnahme im Haben. Bei einer Schuld ist die Abnahme im Soll. Aufwand nimmt im Soll zu, Ertrag im Haben.
- Wie bleibt der Eintrag kontrollierbar?
Sollkonto an Habenkonto, Betrag, Datum, Text und Belegbezug festhalten. Beide Seiten müssen gleich hoch sein; zusätzlich müssen Vorgang und Periode stimmen.
Alpenblick Service: acht Vorgänge, ein Zusammenhang.
Wir führen die fiktive Einzelfirma aus der Eröffnungslektion weiter. Alle Beträge sind CHF; MWST und Privatbewegungen lassen wir im Lernfall weg.
Die Anfangsbestände lauten: Bank CHF 5’000, Kasse CHF 200, Forderungen CHF 1’000 und Mobiliar CHF 3’000. Ihnen stehen Lieferantenschulden CHF 1’200 und Eigenkapital CHF 8’000 gegenüber. Die Bilanzsumme beträgt CHF 9’200.
Wir verwenden Rechnungsbuchhaltung: Die erbrachte und fakturierte Leistung wird mit Forderung und Ertrag erfasst; die spätere Zahlung folgt separat. Die offenen Anfangsforderungen und -schulden stammen aus bereits erfassten Vorjahresvorgängen.
L-01Laufender Geschäftsfall Kunde bezahlt CHF 600 einer bereits im Vorjahr erfassten Forderung auf die Bank
- Soll
- Bankguthaben
- Haben
- Forderungen aus L&L
- Betrag CHF
- 600
L-02Laufender Geschäftsfall CHF 400 einer bereits erfassten Lieferantenschuld per Bank bezahlen
- Soll
- Verbindlichkeiten aus L&L
- Haben
- Bankguthaben
- Betrag CHF
- 400
L-03Laufender Geschäftsfall Neue Beratung erbracht und CHF 1’500 in Rechnung gestellt
- Soll
- Forderungen aus L&L
- Haben
- Dienstleistungserlöse
- Betrag CHF
- 1'500
L-04Laufender Geschäftsfall Noch nicht erfasste laufende Miete CHF 300 direkt per Bank bezahlen
- Soll
- Raumaufwand
- Haben
- Bankguthaben
- Betrag CHF
- 300
L-05Laufender Geschäftsfall CHF 500 vom Bankkonto für die Geschäftskasse abheben
- Soll
- Kasse
- Haben
- Bankguthaben
- Betrag CHF
- 500
L-06Laufender Geschäftsfall Verbrauchtes Büromaterial CHF 120 bar bezahlen
- Soll
- Büromaterialaufwand
- Haben
- Kasse
- Betrag CHF
- 120
L-07Laufender Geschäftsfall Neues Darlehen CHF 2’000 auf dem Bankkonto erhalten
- Soll
- Bankguthaben
- Haben
- Darlehensverbindlichkeiten
- Betrag CHF
- 2'000
L-08Laufender Geschäftsfall Kunde bezahlt CHF 900 auf die neue Rechnung aus L-03
- Soll
- Bankguthaben
- Haben
- Forderungen aus L&L
- Betrag CHF
- 900
Die Summe CHF 6’320 ist weder Umsatz noch Gewinn noch Bilanzsumme. Sie addiert die Beträge der acht Buchungen auf jeder Seite. Die Bank ist beispielsweise am bar bezahlten Büromaterial nicht beteiligt.
Ein Schritt. Zwei Seiten. Ein neuer Zustand.
Beobachte jede Buchung im Zusammenhang. Die markierten Konten zeigen dir, wo sich gerade etwas verändert.
Überlege vor dem nächsten Schritt: Welches Konto nimmt zu, welches ab? Welcher Bestand müsste danach stehen? Gehe auch zurück – die Kontenspur ist zum Erkunden da, ohne Punkte oder Bewertung.
Acht Geschäftsfälle – ihre Kontenwirkung
Ausgangspunkt sind die vollständig eröffneten Konten. Jeder Schritt ergänzt genau einen neuen Geschäftsfall.
Die Anfangsbestände stehen. Jetzt beginnt die Periode.
Gehe einzeln vorwärts. Mit «Zurück» kannst du die letzte Veränderung wieder untersuchen. Diese Lernansicht verändert deinen gespeicherten Fortschritt nicht.
Kontensalden nach Schritt 0
- Bankguthaben
- 5'000Sollsaldo
- Kasse
- 200Sollsaldo
- Forderungen aus L&L
- 1'000Sollsaldo
- Mobiliar
- 3'000Sollsaldo
- Verbindlichkeiten aus L&L
- 1'200Habensaldo
- Darlehensverbindlichkeiten
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Eigenkapital
- 8'000Habensaldo
- Dienstleistungserlöse
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Raumaufwand
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Büromaterialaufwand
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
- Eröffnungsbilanzkonto (EBK)
- 0ausgeglichen / noch ohne Saldo
Eine Rechnung kann mehrere Zahlungen haben. Aber nicht beliebig viele Erträge.
Die Referenz auf die Rechnung verbindet die Vorgänge. Sie macht aus ihnen keine identischen Buchungen.
- Leistung erbracht und fakturiertForderungen an Erlöse · 1’500Neue Forderung CHF 1’500, neuer Ertrag CHF 1’500.
- TeilzahlungBank an Forderungen · 900Bank steigt, bestehender Anspruch sinkt. Kein neuer Ertrag.
- Noch nicht bezahltRest dieser Rechnung · 600Der Kunde schuldet noch CHF 600. Ertrag bleibt CHF 1’500.
Obwohl das gesamte Forderungskonto am Anfang und am Ende CHF 1’000 zeigt, sind darin jetzt andere offene Beträge enthalten. Ein unveränderter Gesamtbestand bedeutet nicht, dass zwischendurch nichts passiert ist.
- Zu PeriodenbeginnÜbernommene Forderungen
- Forderungen aus dem Vorjahr
- CHF 1’000
- Neue Beratung L-03
- Noch nicht erbracht
- Forderungen total
- CHF 1’000
Der Ertrag zu diesen Forderungen wurde im Vorjahr erfasst.
- Nach den laufenden BuchungenStand nach L-08
- Alte Forderungen · 1’000 − 600
- CHF 400
- Neue Rechnung · 1’500 − 900
- CHF 600
- Forderungen total
- CHF 1’000
Zwei Restbeträge bilden jetzt den Gesamtbestand.
Zahlungen und eine neue Rechnung haben die Zusammensetzung verändert. Der unveränderte Saldo allein zeigt diese Geschichte nicht.
Die Einzelposten erklären das Forderungskonto. Sie werden nicht als zusätzliche Vermögenswerte zum Total addiert. Lernfall ohne MWST.
Mehr Geld, mehr Vermögen, mehr Gewinn? Drei Fragen.
Bankbewegung, Bilanzwirkung und Periodenergebnis erzählen unterschiedliche Teile der Geschichte.
Bank CHF 7’300 · Kasse CHF 580
Zusammen CHF 7’880 flüssige Mittel. Darin steckt auch das neue Darlehen. Die Bankzunahme von CHF 2’300 ist deshalb nicht der Gewinn.
CHF 1’080 Gewinn
CHF 1’500 Dienstleistungserlöse minus CHF 300 Raumaufwand und CHF 120 Büromaterialaufwand. Alte Forderungszahlungen, Schuldentilgung, Barbezug und Darlehen erzeugen hier keinen neuen Erfolg.
Aktiven: Bank CHF 7’300 + Kasse CHF 580 + Forderungen CHF 1’000 + Mobiliar CHF 3’000. Fremdkapital: Lieferanten CHF 800 + Darlehen CHF 2’000. Der Gewinn steckt vor der formalen Abschlussbuchung noch in den Erfolgskonten. Die nächste Lektion zeigt seine Übertragung.
Die Denkfehler finden, bevor die Software sie sauber speichert.
Ein ausgeglichener falscher Satz bleibt falsch. Und sieht dabei oft sehr professionell aus.
Jeder Bankeingang wird Ertrag.
Bei Forderungszahlungen entsteht dann doppelter Ertrag; bei Darlehen fehlt die Schuld. Frage immer nach dem Gegenkonto und der bereits erfassten Vorgeschichte.
Jede Bankausgabe wird Aufwand.
Schuldentilgung und Barbezug verbrauchen hier keinen neuen Wert. Die Bankseite allein verrät nicht, ob Aufwand vorliegt.
Die zweite Rechnungskopie wird nochmals gebucht.
Kontrolliere, ob ein neuer Geschäftsfall vorliegt. Eine weitere Datei ist kein weiterer Umsatz.
Gleiche Summen gelten als Beweis für alles.
Auch ein ganzer fehlender Eintrag oder ein falsches Gegenkonto kann Soll und Haben gleich lassen. Belegabgleich und richtige Kontierung bleiben nötig.
Herleiten: CHF 250 einer alten Lieferantenschuld bar bezahlen.
Hinweis: Die Schuld war bereits erfasst. Jetzt sinken Verbindlichkeiten und Kasse.
Lösung: Verbindlichkeiten aus L&L an Kasse CHF 250. Passivabnahme im Soll, Aktivabnahme im Haben; kein neuer Aufwand.
Transfer: Neue Leistung CHF 800 auf Rechnung, später CHF 300 bezahlt.
Hinweis: Leistung und Teilzahlung haben unterschiedliche Gegenkonten. Ohne MWST.
Lösung: Forderungen aus L&L an Dienstleistungserlöse CHF 800; danach Bankguthaben an Forderungen aus L&L CHF 300. Rest dieser Rechnung CHF 500, Ertrag CHF 800.
Fehlerprüfung: Die Kasse stimmt rechnerisch, aber ein Beleg fehlt.
Hinweis: Ein berechneter Saldo ersetzt weder die Bestandsaufnahme noch die Vollständigkeitskontrolle.
Lösung: Kassenbestand und Belege abstimmen, fehlenden Vorgang klären und nachvollziehbar erfassen. Nicht einfach einen beliebigen Aufwand buchen, damit die Zahl passend aussieht.
Korrektur: Eine festgeschriebene Zahlung wurde nochmals als Ertrag gebucht.
Hinweis: Die Bankseite kann stimmen, obwohl Ertrag zu hoch und die Forderung noch offen ist.
Lösung: Den Fehler mit Bezug zum ursprünglichen Eintrag dokumentiert korrigieren, etwa über Storno und richtige Neubuchung. Der richtige Zahlungssatz ist Bankguthaben an Forderungen aus L&L. Das konkrete Verfahren hängt von der Software ab.
PERIODE // SPUR
Acht Entscheidungen entlang unseres Musterfalls. Leite die nächste Kontenbewegung selbst her und kontrolliere, welche Bestände und Ergebnisse wirklich entstehen.
PERIODE // SPUR
Verfolge Zahlungen, Rechnungen, Verbrauch und Finanzierung, ohne den wirtschaftlichen Zusammenhang zu verlieren.

- 01Fall lesen
- 02Entscheiden
- 03Herleitung prüfen
8 Fälle · ein Punkt pro richtiger Entscheidung · ohne Zeitdruck
Nach einem Neuladen beginnt eine neue Runde. Abgeschlossene Ergebnisse bleiben im Lernstand gespeichert.30 Fragen: vom einzelnen Satz zur ganzen Kontenspur.
Prüfe nicht nur, ob du Soll und Haben erkennst. Prüfe auch, ob du Vorgeschichte, Restbestände, Geldfluss und Erfolg auseinanderhalten kannst.
Quiz wird vorbereitet …
Die drei Runden und dein lokaler Fortschritt werden geladen.
Laufende Buchungen in 60 Sekunden
Ein sauberer Buchungsweg beginnt nicht mit Tippen, sondern mit Verstehen.
- Anfangsbestände einmal übernehmen, neue Vorgänge danach erfassen.
- Vor jeder Buchung klären, was bereits gebucht wurde.
- Wirtschaftliche Wirkung → Kontoart → Veränderung → Soll oder Haben.
- Rechnungen und Zahlungen verbinden, ohne Aufwand oder Ertrag zu verdoppeln.
- Kontensalden nachführen; Liquidität und Erfolg separat erklären.
- Belege, Vollständigkeit und Kontierung prüfen, nicht nur Seitensummen.
Die laufenden Buchungen erzählen, was zwischen Anfang und Ende passiert ist. Der Abschluss bringt diese Geschichte in Bilanz und Erfolgsrechnung.