Lieferantenzahlungen
Eine Schuld begleichen, ohne den Einkauf zu verdoppeln.
Die Rechnung ist bereits erfasst. Jetzt kontrollierst du den offenen Betrag, die tatsächlich bestätigte Zahlung und die verbleibende Verpflichtung. Die wichtige Frage lautet nicht nochmals «Was wurde gekauft?», sondern «Welche Schuld wird jetzt kleiner?».
Der Einkauf steht bereits in den Büchern. Eine Zahlung ist kein Anlass für eine Neuauflage.
Kernweg ca. 10 Minuten · Vertiefung freiwillig
Den Vorgang verstehen ↓- Auftrag vorbereitet
- Noch keine bestätigte Zahlung
- Bankbelastung bestätigt
- Schuld und Geld nehmen ab
Aus Sicht des Geschäfts. Zahlen, Konten und Wirkung bleiben getrennt.
Auf dieser Seite
Der Unterschied, auf den es ankommt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen heissen auch Kreditoren. Das Geschäft schuldet dem Lieferanten Geld. In diesen Fällen sind Lieferung, Rechnung und das passende Aufwand- oder Aktivkonto bereits korrekt gebucht.
Beim Bezahlen sinkt die bestehende Verbindlichkeit. Als Passivkonto nimmt sie im Soll ab. Bankguthaben ist ein Aktivkonto und nimmt bei der bestätigten Belastung im Haben ab: Verbindlichkeiten an Bankguthaben.
Hier wird aus positivem Bankguthaben bezahlt. Vermögen und Fremdkapital sinken um denselben Betrag: Bilanzverkürzung. Die reine Begleichung verändert weder Gewinn noch Eigenkapital insgesamt. Ein erneutes Aufwandkonto würde den früheren Einkauf doppelt erfassen.
Ein vorbereiteter Zahlungsauftrag ist noch keine Bankbelastung. Buche den hier gezeigten Bankabgang erst bei bestätigter Ausführung. Bei einer Teilzahlung bleibt die Differenz eine Schuld; der Betrag auf der Rechnung wird nicht vollständig ausgebucht, solange nur ein Teil bezahlt ist.
Soll und Haben kurz einordnen
Soll heisst links, Haben rechts. Es bedeutet nicht pauschal Plus oder Minus. Korrektur- und Abschlussbuchungen können die Gegenseite verwenden. Gleiche Beträge allein machen falsche Konten nicht richtig.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen heissen auch Debitoren; Verbindlichkeiten auch Kreditoren. Handelserlöse werden in manchen Kontenplänen Waren- oder Handelswarenertrag genannt.
Deine Zahlungswerkstatt
Vom Zahlungsauftrag zur bestätigten Belastung
Die Warenlieferung und Lieferantenrechnung L-900 über CHF 900.00 sind bereits als Aufwand und Schuld verbucht. Die Bank beginnt mit CHF 5’000.00 Guthaben.
- Status der Rechnung
- offen
- Offene Schuld L-900
- CHF 900.00
- Geschäftsbank
- CHF 5’000.00
- Bereits erfasster Warenaufwand
- CHF 900.00 · unverändert
Zahlungsauftrag erst vorbereitet · CHF 300.00
Vorbereiten allein bewegt noch kein Geld in dieser Lernsimulation. Bank und Schuld bleiben unverändert.
So leitest du die Buchung her
Jedes Beispiel ist unabhängig, sofern eine zeitliche Fortsetzung ausdrücklich genannt wird.
CHF 300.00 bezahlt, CHF 600.00 noch offen
Die Warenlieferung und Rechnung L-900 über CHF 900.00 wurden vollständig und korrekt gebucht. Bankguthaben vor Zahlung: CHF 2’000.00. Nun ist die Bankbelastung von CHF 300.00 an diesen Lieferanten bestätigt. Keine Abzüge.
- Der Einkauf ist erledigt und schon erfasst. Jetzt wird ein Teil der vorhandenen Verpflichtung erfüllt.
- Verbindlichkeiten nehmen als Passivkonto im Soll ab. Bankguthaben nimmt als Aktivkonto im Haben ab: jeweils CHF 300.00.
- Es bleiben CHF 900.00 − CHF 300.00 = CHF 600.00 Schulden. Bankguthaben: CHF 2’000.00 − CHF 300.00 = CHF 1’700.00. Kein neuer Aufwand.
Betrag auf beiden SeitenCHF 300.00
- Bankguthaben danach
- CHF 1’700.00
- Restschuld
- CHF 600.00
- Neuer Aufwand
- CHF 0.00
Die restliche Schuld begleichen
Fortsetzung ohne andere Bewegungen: L-900 weist noch CHF 600.00 aus; Bankguthaben beträgt CHF 1’700.00. Später bestätigt die Bank die Restzahlung von CHF 600.00.
- Prüfe den aktuellen offenen Posten: CHF 600.00, nicht mehr CHF 900.00.
- Erfasse nur diese neue Belastung: Verbindlichkeiten im Soll, Bankguthaben im Haben, CHF 600.00.
- Die Restschuld ist CHF 0.00; Bankguthaben verbleibt bei CHF 1’100.00. Der frühere Warenaufwand bleibt unverändert.
Betrag auf beiden SeitenCHF 600.00
- Bankguthaben danach
- CHF 1’100.00
- Restschuld
- CHF 0.00 · bezahlt
- Neuer Aufwand
- CHF 0.00
Jetzt bestimmst du beide Konten
Setze Sollkonto, Habenkonto und Betrag selbst zusammen. Der letzte Fall ist dein Abschlusscheck. Hinweise und Lösungen bleiben erreichbar. Antworten gelten nur in dieser geöffneten Ansicht – keine gespeicherte Prüfung.
Wenn du genauer hinschauen möchtest
Vorbereitet ist nicht ausgeführt
Ein erfasster Zahlungsauftrag kann noch zurückgewiesen, verändert oder erst später ausgeführt werden. In diesen Fällen darf «Zahlung vorbereiten» deshalb weder Bankguthaben noch Restschuld verändern. Erst die bestätigte Belastung trägt die gezeigte Zahlungsbuchung.
Zwei weitere Fehler mit konkreten Folgen
Würde bei L-900 fälschlich Bankguthaben an Verbindlichkeiten, CHF 300.00 gebucht, stiege die Schuld auf CHF 1’200.00 statt auf CHF 600.00 zu sinken. Die Bank stiege von CHF 2’000.00 auf CHF 2’300.00 statt auf CHF 1’700.00 zu fallen.
Wer trotz einer tatsächlichen Teilzahlung von CHF 300.00 gleich CHF 900.00 ausbucht, zeigt die Schuld fälschlich als getilgt und die Bank um CHF 600.00 zu niedrig. Rechnungssumme und Zahlungsbetrag sind keine austauschbaren Grössen.
Neuer Einkauf oder alte Schuld?
Sofort gekauft, erhalten und noch nichts gebucht: Das erhaltene Gut beziehungsweise sein Verbrauch bestimmt das Sollkonto. Rechnung bereits erfasst: Verbindlichkeiten bestimmen das Sollkonto der Zahlung. Zahlungsgebühren, Skonti und weitere Bestandteile bleiben hier ausdrücklich ausser Betracht.
Freiwilliger Transfer: acht Vorgänge, eine Buchhaltung
Unabhängiger Mini-Fall: Einzelunternehmen mit Privatkontoverfahren. Anfang: Kasse CHF 1’000.00, Bank CHF 5’000.00, Eigenkapital CHF 6’000.00; übrige Bestände null. Keine MWST, keine Abzüge, keine weiteren Aufwände. Beide Warenpartien werden vollständig weiterverkauft; kein Restbestand. Warenmodell ohne laufende Bestandesnachführung.
Optional nach diesen acht Lektionen. Kein Zeitlimit, kein gespeichertes Prüfungsergebnis.
- Kasse
- CHF 1’000.00
- Geschäftsbank
- CHF 5’000.00
- Forderungen
- CHF 0.00
- Verbindlichkeiten
- CHF 0.00
Vorgang 1 von 8 · 0 korrekt nachvollzogen
Lieferantenzahlungen: deine Merkkarte
- Bestehende Lieferantenschuld bezahlen: Verbindlichkeiten an Bankguthaben beziehungsweise Kasse.
- Passivkonto sinkt im Soll; das bezahlende Aktivkonto sinkt im Haben.
- Nur bestätigte, tatsächlich erfolgte Zahlungen erfassen und den Rest kontrollieren.
- Die reine Begleichung ist kein neuer Aufwand. Bank und Schuld sinken gemeinsam.
Die nächste Buchung gehört dir.
Im bestehenden Buchungssätze-Spiel kannst du weiterüben. Dein dort gespeicherter Lernstand bleibt erhalten. Diese Grundlagenlektionen sind ein Fundament, keine vollständige Fachausweisvorbereitung.
Zum Buchungssätze-Spiel →Diese Bestätigung speichert nur deinen Lesestatus, keine Übungsleistung.