Direkte und indirekte Steuern
Wer schuldet die Steuer dem Staat, und wer trägt sie wirtschaftlich? Zwei Rollen helfen, direkte und indirekte Steuern zu verstehen.
- Einkommensteuer
- Mara ist steuerpflichtig und trägt die Last.
- MWST
- Geschäft rechnet ab; Mara trägt den privaten Endpreis.
Direkt oder indirekt fragt im Rollenmodell nicht nach der Art der Überweisung.
In dieser Lektion
Nach dieser Lektion kannst du …
- Steuersubjekt und Steuerträger unterscheiden.
- Einkommensteuer und MWST im Rollenmodell zuordnen.
- Das Einteilungskriterium ausdrücklich nennen.
Zwei Rollen hinter einer Steuer
Mara erhält Lohn und bezahlt ihre Einkommensteuer. Später kauft sie einen Rucksack mit Mehrwertsteuer im Preis. Beide Male kostet die Steuer sie Geld. Aber wer muss gegenüber dem Staat dafür geradestehen?
- Steuersubjekt: die Person oder Organisation, die das Gesetz zur Steuer verpflichtet.
- Steuerträger: die Person, welche die wirtschaftliche Last tragen soll, also die Steuer letztlich aus ihrer Tasche bezahlt.
Bei der Einkommensteuer ist Mara grundsätzlich beides: steuerpflichtige Person und wirtschaftliche Trägerin. Dieses Zusammentreffen ist das hier verwendete Rollenmodell für eine direkte Steuer. Nicht die Länge des Überweisungswegs entscheidet. Eine Zahlung mit zwei Bankstationen wird nicht plötzlich indirekt.
Der Laden rechnet ab, die Kundin trägt den Endpreis
Beim Rucksackkauf steht Mara an der Kasse, nicht am Schalter des Steueramts. Bei diesem gewöhnlichen steuerbaren Verkauf rechnet das MWST-pflichtige Geschäft die Mehrwertsteuer gegenüber dem Staat ab.
Die private Endkundin trägt die Steuer über den Preis. Dieses Weitergeben einer Belastung heisst Überwälzung. Gesetzlich verpflichtet ist hier das Geschäft, wirtschaftlich belastet Mara. Deshalb nennen wir die MWST in diesem Rollenmodell indirekt.
Das Modell nennen, nicht bloss eine Liste lernen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Steuern zu sortieren. Unser Rollenmodell fragt: Wer ist verpflichtet, wer trägt die Last? Ein anderes Modell fragt nach dem Steuergegenstand, also danach, was besteuert wird. Deshalb muss man bei einer Einteilung das verwendete Modell nennen.
Das zeigt die Verrechnungssteuer: Eine Gesellschaft schüttet einen Gewinnanteil aus, eine sogenannte Dividende. Sie schuldet die darauf anfallende Verrechnungssteuer und zieht sie beim Empfänger ab. Im Rollenmodell ist diese Steuer indirekt; andere Einteilungen können anders ausfallen.
Der Empfänger kann die Verrechnungssteuer unter den gesetzlichen Voraussetzungen zurückerhalten. Der erste Abzug ist deshalb nicht immer seine endgültige Belastung. Das vollständige Rückerstattungsverfahren gehört nicht in diese Einführung.
Zusammenfassung
- Steuersubjekt: gesetzlich verpflichtet. Steuerträger: wirtschaftlich belastet.
- Im Rollenmodell direkt: gleiche Person; indirekt: typische Weitergabe an eine andere Person.
- Bei Grenzfällen das verwendete Einteilungskriterium nennen.
Übungen
Antworte zuerst selbst. Hinweise und vollständige Lösungen öffnest du bewusst.
Mara und das Geschäft
Ordne in diesem MWST-Fall die Rollen zu.
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Direkt erkennen
Welche Begründung passt im Rollenmodell zu Maras Einkommensteuer?
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Zwei Lehrbücher, zwei Etiketten
Zwei Tabellen ordnen die Verrechnungssteuer unterschiedlich ein. Was prüfst du zuerst?
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Kein zweites Bezahlen
Mara meint, sie müsse die im Laden bezahlten CHF 8.10 nochmals direkt an den Bund zahlen. Erkläre den Fehler.
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Hinweise und Quellen
Eigenständige Vertiefung im normalen Lernbereich. Den zusammenhängenden Unterrichtsblock findest du im Fachausweisbereich. Rechtsstand und Annahmen stehen bei den Quellen und Fällen. Lernmaterial zu Schweizer Recht, keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.
Bundesverfassung · insbesondere Art. 3, 50 und 127–129; gezielt geprüft am 20. Oktober 2026 · Stand 03.03.2024
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG) · einschlägige Artikel im Text; gezielt geprüft am 20. Oktober 2026 · Stand 02.09.2026
ESTV · Geltende Steuern: unterschiedliche Einteilungskriterien direkter und indirekter Steuern · Stand Mai 2024
Eigene vereinfachte Übungsfälle zum Steuerjahr 2026. Lernmaterial zu Schweizer Recht, keine individuelle Steuerberatung.